Nervenkitzel

Das Schreiben ist ein einsamer Beruf.
Deshalb – natürlich nicht nur deshalb – gönne ich mir ab und zu eine Fortbildung. Am liebsten bin ich in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel.

Foto0006kleinDer hübsche Ort mit seinen vielen Fachwerkhäusern und dem stattlichen Schloss ist zu jeder Jahreszeit sehenswert. Zur Adventszeit passen die malerischen Gassen besonders gut. Wie sagte ein Teilnehmer?
„WolfenbütteFoto0016l sieht auch ohne Dekoration aus wie ein Weihnachtsmarkt!”

Noch wichtiger als die Stadt ist natürlich die Akademie. Seminarraum und Zimmer lagen in der sehr gelungen restaurierten Schünemanns Mühle. Dort atmet einfach alles Inspiration und Kreativität!
Der Spartenleiter Literatur macht einen unvergleichlich guten Job. Und dieses Mal hatte ich das Glück, in einer unschlagbaren Kollegen-Gruppe lernen zu dürfen. Da gab es Fantasy- und Regional-Krimi-Schreiber, Science-fiction- und Humor-Profis. Wir alle haben unter der Anleitung zweier Nervenkitzel-Koryphäen das Schreiben so richtig spannender Szenen trainiert.

Von wegen einsamer Beruf. Drei Tage herrschte eine extrem gute Atmosphäre, und ich hoffe, ein paar Bekanntschaften, wenn nicht gar Freundschaften, fürs Leben geschlossen zu haben.

Fair gehandelte Bücher

Gerade ist mir ein Flyer in die Hände gefallen, der sehr gut in die Weihnachtszeit passt. Das hat zwei Gründe.

Erstens: Viele überlegen ja bis zur letzten Minute, was sie verschenken wollen. Ich finde, Bücher sind nach wie vor bestens geeignet, um Freude zu machen. Wenn die Zeit nicht reicht, in die örtliche Buchhandlung zu gehen, bieten sich Online-Shops an. Der Flyer stellt einen neuen vor, http://shop.autorenwelt.de

Zweitens: Es gibt einige Kollegen, die nicht von den Verkäufen ihrer Bücher leben können. Für die ist der neue Online-Shop ein tolles Weihnachtsgeschenk. Für jeden Titel, der dort gekauft wird, bekommt der Autor nämlich eine kleine Beteiligung. Die kommt auf die ohnehin übliche Beteiligung am Verkauf, die leider ziemlich gering ausfällt, oben drauf.

Grundsätzlich finde ich, dass die gute Beratung in der kleinen feinen Buchhandlung um die Ecke auch weiter honoriert werden sollte. Sprich: Es ist toll, den örtlichen Buchhändler zu wählen und dadurch im harten Kampf gegen die großen Amazonen des Internets zu unterstützen. Wenn aber schon am Computer eingekauft wird, dann empfehle ich von Herzen shop.autorenwelt.de
Noch ist das Angebot dort nicht riesig, aber es wird täglich wachsen. Und es belohnt die Produzenten ergreifender, spannender, herzerwärmender Geschichten. Mehr Hintergrund-Informationen gibt es hier: http://about.autorenwelt.de/

Buchmesse Nachlese

Heute habe ich bei einem sehr gemütlichen Kaffeetrinken über die Buchmesse 2015 geplaudert. Kann es wirklich sein, dass sie schon wieder ziemlich genau einen Monat her ist?

Ich nehme die Plauderei zum Anlass, mir noch einmal die Bilder anzusehen …

SAM_0438kleinSchön, oder? Eine Eule voller Bücher! Es ist übrigens kein Zufall, dass ich sie fotografiert habe. Nächstes Jahr schreibe ich nämlich mein erstes Buch für den Ullstein Verlag. Genau, Bücher im Zeichen der Eule.
Auf der Messe habe ich die für mich zuständige Lektorin getroffen. Es ist einfach schön, sich kennenzulernen, bevor man später die Zusammenarbeit überwiegend per mail abwickelt.

Außerdem war ich am Stand von dotbooks. Dort erscheint nächstes Jahr ein ebook von mir. Die Lektorin kenne ich schon von früher, als sie noch bei einem anderen Verlag war. Getroffen hatten wir uns aber auch noch nicht.

Gastland war übrigens Indonesien. Eine Halle ist jedes Jahr dem Gastland gewidmet. Im Obergeschoss kann man eine Präsentation, Lesungen und natürlich Bücher von dort bestaunen. Unten bietet ein Restaurant passend SAM_0448kleindazu Kulinarisches an.
Bisher habe ich die Ausstellungen der Gäste oft als Ruhepol inmitten des Messetrubels empfunden. Das war auch dieses Mal so. Zusätzlich brachten Bücher hier Erleuchtung …

Lesung an Bord

Das war eine Premiere!

Ein toller Lesungsort!

Ein toller Lesungsort!

Am 24. Oktober waren meine liebe Kollegin HannaH Rau und ich eingeladen, eine maritime Lesung auf einem Raddampfer zu gestalten. Soweit nicht ungewöhnlich.
Außer uns war noch eine Band an Bord, The Memory Four. Die fünf ausgesprochen sympathischen Herren haben Musik gemacht. Klar! Es durfte getanzt werden. Und es wurde getanzt. Und wie!

Lesungen aus verschiedenen Genres oder auch mal mit Musik dazwischen habe ich schon oft erlebt. Dieser Abend aber war für mich eine ganz neue Erfahrung. Kurzerhand wurde mal eben das Programm geändert, weil das Publikum Lust auf Krimi hatte. Kein Problem. War die Tanzfläche voll, haben wir mit unseren Texten einfach ein bisschen gewartet. Wollte das Publikum die müden Beine ausruhen, haben HannaH und ich etwas für Geist und Seele serviert.

Eine interessante Mischung, die anscheinend allen viel Spaß gemacht. Gerne wieder 🙂

Entspannung am Tag danach

Entspannung am Tag danach

Buchmesse

SAM_0437Es ist Oktober. Das heißt, es ist Buchmesse!

Für mich ist das einer der schönsten Termine der Branche im gesamten Jahr.
Was sind die Trends, was haben Kollegen auf den Markt gebracht? Die spürbare Anwesenheit geballter Gedanken, die Nähe unterschiedlichster Geschichten – einfach himmlisch. Dazu kommen unzählige Büchermenschen. Da fühle ich mich wirklich zu Hause.
Nicht zuletzt ist es immer wieder schön, die eigenen Werke an den Ständen der Verlage zu entdecken. 🙂

Haben Sie am Wochenende noch nichts vor und sind in Hessen? Dann nichts wie hin. Stöbern, lesen, staunen. Viel Spaß und herzliche Grüße aus Frankfurt!

Zwischenzeit

Heute melde ich mich während einer immer wieder ganz besonderen Phase. Ein Manuskript ist abgeschlossen, das nächste wartet darauf, begonnen zu werden.

Den letzten Satz unter einen neuen Roman zu schreiben, ist ein wunderbares Gefühl. Geschafft! Was ich erzählen wollte, ist zu Papier gebracht. Außerdem haben die Figuren ein Eigenleben entwickelt und mich mit kleinen Episoden oder Macken überrascht, die nicht geplant waren.
Und da wären wir auch schon bei der Kehrseite der Freude und Erleichterung, ein Manuskript beendet zu haben: Abschiedsschmerz. Ich muss mich von inzwischen vertraut gewordenen Figuren trennen, weiß nicht, wie es für sie jenseits der irgendwann veröffentlichten Buchseiten weitergeht. Ein merkwürdiges Gefühl.

Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue. Der Sanddornsommer geht an meine Testleser und dann an den Verlag. Das bedeutet, ich muss zittern. Wird die Geschichte gut ankommen? Ich kann mich aber auch endlich dem nächsten Roman zuwenden, der auf Usedom spielt. Die Vorarbeit dafür ist längst getan, jetzt ist Zeit für die Ausgestaltung. In Gedanken reise ich also auf die Insel, werde langsam mit dem „Personal” vertraut.

Und das Ergebnis können Sie dann irgendwann ganz entspannt auf dem Sofa oder im Strandkorb genießen. Schön, oder?

Reife Früchtchen

SAM_0175kleinLetzten Samstag war es soweit: Ich durfte einige Sanddornfelder besuchen! Stilvoll mit der Kutsche ging es über kleine holperige Wege durch Ludwigslust. Und dann dieser Anblick (s. rechts): SAM_0192klein

Mit dem Griff zur Schere hat es leider nicht geklappt. Dafür gab es jede Menge Informationen und einen spannenden Blick in die Rüttelmaschine, in der die Früchte zunächst schockgefroren und dann von den Ästen geschüttelt werden.

Hier sieht maSAM_0184kleinn sehr schön: links den Haufen beernteter Zweige, daneben die ziemlich frostige Maschine, in der Mitte Kisten mit gerade geschnittenen Ästen, die voller Beeren sitzen, und rechts der Tank für den Flüssigstickstoff zum Kühlen.

Manchmal lässt sich Berufliches und Privates gut verbinden. In diesem Fall habe ich die Recherche für einen schönen Ausflug mit meiner lieben Mutter genutzt. Da macht das Verkosten von Sanddornsaft, Marmelade, Honig und Sanddorn-Gummibärchen gleich noch mehr Freude.

Nicht nur erst die Arbeit, dann das Vergnügen, sondern auch nach dem Vergnügen wieder die Arbeit. Am Sonntag habe ich hautnah erfahren, wie viel Arbeit es ist, Sanddorn von Blättern und anderen Pflanzenresten zu befreien und das Mark zu gewinnen. Es lohnt sich aber!
So, und nun Schluss mit dem Bericht, denn jetzt mache ich mich an die letzten Seiten des Romans Sanddornsommer, der nächstes Jahr erscheinen wird.

Federleichtes Lesevergnügen

SAM_0121kleinIch kann den Aufschrei förmlich hören: „Ein Buch muss aus Papier sein! Wie kann sie nur?”

Was soll ich sagen? Sie haben ja recht. Irgendwie. Bis vor kurzem habe ich auch noch das gute alte Buch zur Hand genommen. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Das werde ich auch in Zukunft noch tun. Aber eben nicht nur. Denn dieser neumodische Kram hat seine Vorzüge.

Das Lesegerät habe ich mir angeschafft, um meine Wochenzeitung bequemer lesen zu können. Ich weiß nicht, wie andere Menschen mit diesen unpraktischen Formaten zurechtkommen, mit denen man unfreiwillig den Tisch abräumt, sich den Hals verrenkt oder beides gleichzeitig. Statt einer tapetenrollenartigen Zeitung habe ich nun einen federleichten Winzling, der mir sämtliche Inhalte zur Verfügung stellt.

Außerdem: Natürlich gibt es Bücher, die möchte man immer wieder zur Hand nehmen können, die will man im Regal stehen sehen. Aber es gibt doch auch welche für den kleinen Lesehunger zwischendurch. Einmal konsumiert, nehmen sie nur noch Platz weg. Und dafür mussten so viele Rohstoffe verbraucht und energie-aufwändig verarbeitet werden? Ich finde, da ist dieser freundliche kleine Kerl von dem Foto oben eine sinnvolle Alternative.

Nicht zuletzt erspart er mir sicher so manchen Gang in die Massagepraxis, wenn ich nämlich nur das Federgewicht statt eines gedruckten Schinkens – bei längeren Touren gleich mehrerer Exemplare – schleppen muss.

Mein Fazit nach einigen Wochen Eingewöhnungsphase: Bei Büchern geht es mir vor allem um den Inhalt. Der ändert sich nicht. Packt mich eine Geschichte, vergesse ich sowieso alles um mich herum, auch die für viele so bedeutsame sinnliche Haptik. Ich liebe einfach Bücher – in jeder Form!

Übrigens: Da ich nicht verglichen und keine Ahnung von technischen Finessen habe, soll dies hier keine Geräteempfehlung sein. Es geht nur um die Sache an sich.

 

Buchtipp

SAM_0119kleinEigentlich mache ich keine Werbung für fremde Bücher. Eigentlich. Aber vielleicht sollte man gerade in diesen Zeiten für Fremde und Fremdes werben …

Wenn Sie auf meiner Seite zu Gast sind, mögen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit Romane. Vielleicht haben Sie Lust, ganz nah dran zu sein, wenn einer entsteht. Sollten Sie auch noch auf der Stelle neugierig werden, wenn vom Geisterbahnsyndrom und von Roten Heringen die Rede ist, werden Sie dieses Buch lieben.
Es heißt Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben und ist von dem mehrfach ausgezeichneten Autor und von mir sehr geschätzten Kollegen Titus Müller.

Titus erzählt ebenso unterhaltsam wie treffend vom Schriftstelleralltag. „Ja”, dachte ich, nachdem ich nur wenige Seiten gelesen hatte, „das kenne ich nur zu gut!” Da geht es um die verschiedensten Möglichkeiten, sich ablenken zu lassen, um die ständigen Selbstzweifel und vieles mehr, was einem das Leben mal versüßt und mal schwer macht.

Der Klappentext empfiehlt das Buch Schreibanfängern und fortgeschrittenen Autoren, die sich ihrer Fähigkeiten wieder versichern wollen. Ich möchte ergänzen, dass es auch für Viel- und Gern-Leser eine spannende und vergnügliche Lektüre sein dürfte.

Unreife Früchtchen

Foto0024Vor einigen Wochen habe ich erzählt, dass ich zu gerne mal selbst Sanddorn ernten würde. In dieser Sache gibt es Fortschritte!

Neulich war ich in Ludwigslust und habe mir immerhin schon Sträucher ansehen können, die im Gegensatz zu meinen Exemplaren im Garten Beeren tragen. Wie man erkennen kann, waren die bei meinem Besuch längst noch nicht reif.
Wechseln sich Sonne und Regen weiter ab, wie in letzter Zeit, dann leuchtet dieser Sanddornbusch vermutlich jetzt schon orange.

Am 05. September ist im Storchennest in Ludwigslust Erntefest. Dann darf ich mit rausfahren auf die Plantage und selbst eine Schere zur Hand nehmen. Ich werde berichten!