Auftritt und Auszeit

Am 29. Mai habe ich den dritten Band meiner Sanddorn-Reihe im Literaturcafé Carlsson’s der Pension Sanddorn in Binz auf Rügen vorgestellt.
Ich liebe Lesungen! Nach unzähligen einsamen Stunden am Schreibtisch geben sie mir die Möglichkeit, Leser zu treffen, und ihre Reaktion auf den Text hautnah zu erleben.

Findet eine solche Veranstaltung auch noch an einem so wunderschönen Ort statt, ist das die perfekte Gelegenheit für eine Mini-Auszeit. Zack, mal eben eine Übernachtung

Und das Wetter hat auch mitgespielt!

angehängt, fertig ist der Kurz-Urlaub. In diesem Fall habe ich meine Mutter mitgenommen. Denn – wie sagen die Politiker momentan immer so gerne? – auch das gehört zur Wahrheit dazu: Als hauptberufliche Schriftstellerin ist man im Dauer-Einsatz und hat leider wenig Zeit für Familie und Freunde. Da ist es doppelt wichtig, sich ab und zu ein kleines Zeitfenster zu öffnen 😉

Drei Tage fühlen sich plötzlich an wie eine ganze Woche, und ich melde mich mit neuer Energie und frischem Schwung zurück an meinem Schreibtisch!

Friedas Geschichte geht weiter

Vor gut einem Vierteljahr ist Die Villa an der Elbchaussee erschienen. Ich freue mich riesig, dass der erste Teil meiner Hamburg-Saga so viele Leserinnen und Leser gefunden und so gute Kritiken eingeheimst hat.

Ist ja wohl klar, dass ich jetzt fleißig an der Fortsetzung arbeite. Das macht richtig viel Spaß, weil die Figuren mir natürlich von Band 1 noch so vertraut sind. Gute alte Freunde gewissermaßen 🙂
Bis Sie den nächsten Band lesen können, dauert es noch ein bisschen. Um die Vorfreude zu steigern, hier schon mal das Cover.
Und obendrauf gibt es zur Einstimmung und auch für alle, die den ersten Teil noch nicht gelesen haben, oder sich noch einmal an ihn erinnern möchten, hier nicht nur eine kurze Inhaltsangabe, sondern auch ein paar bewegte Bilder …

Abschluss mit Tränen

Ende Juli soll mein biografischer Roman über Signe Munch ausgeliefert werden.
Die Arbeit daran war sehr anstrengend, weil einfach nicht viel über diese interessante Frau bekannt ist. Die Arbeit war aber mindestens ebenso aufregend und hat mir nicht nur eine erlebnisreiche Recherchereise durch das wunderschöne Norwegen beschert, sondern auch den Kontakt zu vielen Menschen, die ich sonst nie getroffen hätte.
Mir fällt übrigens gerade auf, dass ich in dieser Rubrik von meiner Recherchereise berichten wollte. Habe ich aber nur in meinem Newsletter gemacht. Sie sehen, ein Abo lohnt sich … 😉

Ist ein Manuskript abgegeben, was in diesem Fall natürlich längst geschehen ist, folgt die Bearbeitung. Das bedeutet, zunächst geht der Text ins Lektorat, in diesem Fall zu meiner wunderbaren Lektorin Anne. Sie schickt ihn mir mit Anmerkungen zurück. Manchmal gibt es Stellen, die für ihren Geschmack zu kurz sind, dann wieder ist etwas nicht verständlich, weil ich mir zwar viel gedacht, aber nur einen Teil davon aufgeschrieben habe 😉
Ich gehe also alles durch, kläre offene Fragen, ergänze oder streiche, wenn mir das – mit dem nötigen zeitlichen Abstand – richtig erscheint. Die so noch einmal bearbeitete Version landet wiederum im Lektorat.
Ehe das Buch endlich in die Herstellung gehen kann, bekomme ich den sogenannten Umbruch. Das ist eine Fassung, in der schon Satz und Schrift und überhaupt die gesamte Gestaltung zu erkennen sind. Ein sehr spannender Moment! Und auch wieder etwas Arbeit, denn nun lese ich ein letztes Mal Seite für Seite, Zeile für Zeile, um dem Roman sozusagen meinen Segen zu geben. Es kann passieren, dass sich irgendwo unterwegs Fehler eingeschlichen haben, oder dass Änderungen übersehen und nicht eingefügt worden sind. Dies ist die letzte Chance, das noch zu korrigieren.

Der Umbruch von Die Malerin des Nordlichts ist vor einigen Tagen gekommen. Heute habe ich den letzten Arbeitsschritt an diesem Buch abgeschlossen. Was soll ich sagen? Da flossen doch tatsächlich ein paar Tränen. Das passiert mir nicht oft, aber die Geschichte von Signe Munch berührt mich noch immer so sehr. Ich hoffe, ich konnte sie so erzählen, wie Signe sie gerne gelesen hätte.

CRIMINALE 2019

Die ganze Stadt im Zeichen der CRIMINALE

Die CRIMINALE ist das alljährliche Treffen der Syndikats-Mitglieder. Ich habe schon häufiger darüber berichtet. Die Krimi-Autorinnen und -Autoren finden sich jedes Mal in einer anderen deutschsprachigen Stadt ein, um zu lesen, sich auszutauschen, zu lernen.

Dieses Mal ging es in Aachen zum Beispiel um das sogenannte Plotten, um Struktur von Buch und Drehbuch, das Darknet, die Arbeit einer Gerichtsgutachterin und vieles mehr.

Höhepunkt der kriminellen Tage ist immer die Preisverleihungs-Gala am Samstag. In diesem Jahr war sie für mich ganz besonders schön und auf-

Wolfgang Bortlik, Lena Johannson, Preisträger Max Bronski und die Moderatoren des Abends Sandra Lüpkes und Ralf Kramp

regend. Immerhin gehörte ich zur fünfköpfigen Jury, die unter weit über 400 Einreichungen den herausragendsten Krimi des Jahres gekürt und mit dem GLAUSER geehrt hat. Mit meinem sympathischen Schweizer Kollegen Wolfgang Bortlik durfte ich die Laudatio halten.
Ein wirklich krönender Abschluss der diesjährigen CRIMINALE, nach dem noch die halbe Nacht gefeiert wurde 😉

Reisen bildet …

Glück: Im Haus Fliederbusch in Borken habe ich kurzfristig ein sehr schönes Zimmer ergattert

Es gibt Sprichwörter, die einfach stimmen! Dass Reisen bildet, ist so eine sehr wahre Redensart. Vor meiner Lesereise zu sieben Weltbild-Filialen im Westen, Osten und im Süden wusste ich zum Beispiel noch nicht, dass es in diesem Land Orte gibt, die Lederhose, Irmtraut und Ungedanken heißen. Wieder was gelernt …

Toll: In der Filiale in Borken gab es Leinwand und Beamer, und ich konnte Bilder zum Buch zeigen.

Und dann wäre da noch das Zitat, das Adolph Freiherr von Knigge zugesprochen wird: „Zum Reisen gehört Geduld, Mut, Humor.” Auch darin steckt viel Wahres. Humor brauchte ich etwa im ersten Ort meiner Tour, in Borken. Das Hotel, das ich gebucht hatte, war geschlossen. Glücklicherweise fand sich schnell Ersatz.
Geduld war gefragt, als ich zwischen Plauen und Weimar in einer Vollsperrung auf der Autobahn stand. Und zwar noch zu der Zeit, als ich mich eigentlich schon auf den Weg vom Hotel in die Buchhandlung hätte machen wollen.

Jeden Tag wurden es mehr Blumen und Geschenke …

Ein bisschen Mut gehört immer dazu, vor ein erwartungsvolles Publikum zu treten. Der Lohn: Sieben wunderbare Abende mit sehr lieben Buchhändlern und Buchhändlerinnen und interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern. Immer war die Freude groß, dass ich da war, immer durfte ich ganz viele Exemplare signieren, Widmungen schreiben, Fragen beantworten.

Es hat großen Spaß gemacht, und ich bedanke mich bei allen, die dabei waren, und dafür gesorgt haben, dass ich mich – fern der Heimat – so wohlgefühlt habe!
Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal.

PS: Gerade kommt die Nachricht: „Insgesamt war es die Lesereise bei Weltbild mit den meisten Gästen.” Ein kleiner Rekord, der mich sehr stolz macht 😀

Mentorin a.D.

Von Dezember 2017 bis Januar 2019 war ich Teilnehmerin eines Förderprogramms des Landes Mecklenburg-Vorpommerns.
mentoring KUNST ist ein Professionalisierungsprogramm für Nachwuchskünstlerinnen, am 26.01.2019 fand die offizielle Abschlussveranstaltung statt.

Hochoffizieller Abschluss eines spannenden Jahres

Meine Mentee Sandra Pixberg hat Professionalisierung eigentlich gar nicht mehr nötig, denn sie ist eine hoch professionell arbeitende Kollegin. Und eine äußerst sympathische noch dazu.
Da sie berufliches Neuland betreten und sich an einem historischen Roman versuchen wollte, fragte sie mich, ob ich als ihre Mentorin mit ihr an dem Programm teilnehmen würde.

In der Rückschau kann ich sagen: Es war eine tolle Zeit! Ich habe gemerkt, dass ich ihr bei Fragestellungen helfen konnte, die für mich bereits Alltag sind – vom Verlagsvertrag bis zur Frage, ob man lieber mit oder ohne Literaturagent arbeiten sollte. So wurde voll erfüllt, was ich mir von der Teilnahme erhofft hatte: Ich konnte einer lieben Kollegin einige der Fallstricke ersparen, mit denen ich vor Jahren gekämpft habe. Ein sehr befriedigendes Gefühl.

In anderer Hinsicht sind meine Erwartungen an das Programm sogar übertroffen worden. Denn in den über die Gesamtzeit verteilten Zweier-Gesprächen habe auch ich viel von Sandra profitiert. Sie hat zum Beispiel einen Manuskriptentwurf für mein neues Buch vorab gelesen, mir ihre Gedanken dazu verraten. So konnte ich das eine oder andere neu überdenken.

Nun sind wir nicht mehr Mentorin und Mentee, sondern wieder nur noch Kolleginnen. Eins ist jetzt schon klar: Wir werden in Kontakt bleiben und uns austauschen. Schreiben ist ein einsamer Beruf, und solche Treffen sind einfach kostbar.

Angeklopft …und gesprungen!

Am 17. Januar Präsentation in Hamburg. Wir hatten noch keine Ahnung. Aber die Deko wusste offenbar schon mehr …;-)

Besser hätte das neue Jahr nicht starten können!

Am 18. Januar war offizieller Erscheinungstermin von Die Villa an der Elbchaussee.
Schon am 24. Januar war im Branchenmagazin Buchreport Express zu lesen, der erste Band der großen Hamburg-Saga habe für den Aufbau Verlag auf Rang 21 angeklopft.
Das bedeutet, mein Neuling wäre auf Platz 21 in die Bestsellerliste eingestiegen, wenn es den denn gäbe. Für Paperbacks (im deutschsprachigen Gebrauch: großformatige Taschenbücher oder solche mit festerem Einband) gibt es im Bereich Belletristik, also Unterhaltung, aber nur 20 Plätze.

Und so sah es in der zweiten Woche nach Erscheinen in mancher Buchhandlung aus!

Mann, hier war vielleicht etwas los. Es hieß zittern und Daumen drücken. Schafft der erste Teil meiner Familiengeschichte um ein Hamburger Handelskontor den Sprung auf die Bestsellerliste?

Er hat’s geschafft! Platz 11 hieß es am 31. Januar.
Ich freue mich wahnsinnig und bin mächtig stolz. Vor allem aber bin ich sehr dankbar. Den Käufern, die dem Buch so viel Interesse entgegenbringen. Und dem Aufbau Verlag, der mir die Chance gegeben hat, diese Geschichte zu erzählen. DANKESCHÖN!

Buchvorstellung im Chocoversum

Die Villa an der Elbchaussee, der erste Band meiner Hamburger Familiengeschichte, ist am 18. Januar erschienen. Ausgewählte Buchhändler bekamen am 17. Januar schon ihr ganz persönliches Exemplar und einen Einblick in meine Recherchen.

Große Walze im Chocoversum

Ab mit den Sonnenblumenkernen auf die Schokolade

Die Präsentation meines Neulings hat an einem ganz besonders schokoladigen Ort stattgefunden, nämlich im Chocoversum in Hamburg. Während der Führung haben wir Spannendes über Kakaoanbau und -handel erfahren. Zugegeben, für mich war nicht viel Neues dabei, denn ich hatte für meinen Roman natürlich gründlich recherchiert.

Durchaus neu war für mich die Erfahrung, eine Tafel Schokolade selbst herzustellen. Das darf man gleich am Anfang des geführten Rundgangs. Am Ende sind die selbst kreierten Köstlichkeiten dann im Kühlschrank ausgehärtet und bereit für den Abtransport nach Hause … oder direkt in den Mund 😉

Eine schöne Veranstaltung mit sehr netten Buchhändlerinnen und einem ebenso sympathischen Buchhändler! Ich bedanke mich noch einmal bei allen, die dabei waren. Auf Wiedersehen bei einer Lesung! 🙂

Und der Sieger ist …

Mann, das Jahr ist unglaublich schnell vergangen. Teilweise kamen täglich Kartons mit zig Büchern, und meine vier Jury-Kollegen und ich mussten lesen, lesen, lesen.

Der Blick aus meinem Hotelzimmer

Jetzt sind wir also im schönen und tief verschneiten Bayern und haben uns für die fünf Nominierten für den Glauser, einen der wichtigsten Preise des deutschsprachigen Krimis, entschieden. Und natürlich für den Sieger. Und das ist: … Ha, das wird natürlich noch nicht verraten, sondern erst auf der großen Criminale-Gala im April in Aachen.

So geht Winter. Da kann sich der Norden eine Scheibe abschneiden …;-)

Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Sind die Figuren authentisch? Ist die Dramaturgie und handwerkliche Umsetzung wichtiger als die politische Brisanz, oder kommt es vor allem auf die unwiderstehliche Spannung an? Acht Stunden haben wir uns die Köpfe heiß geredet, dann war es geschafft!

Also, auf zur Criminale nach Aachen und dabei sein, wenn der Sieger gekürt wird!

… und ein gutes neues Jahr!

Januar 2019: Die Geschichte einer Hamburger Kaufmannsfamilie beginnt.

Zum letzten Mal trage ich etwas in meine Tagebuch-Rubrik ein, ehe ich mich in die Feiertage verabschiede.

Mai 2019: 4 Frauen, 4 Generationen – Lernen Sie die Feriengäste der Villa Sanddorn kennen!

2018 war für mich ein gutes und ausgesprochen produktives Jahr. Vor lauter Arbeit an Manuskripten bin ich gar nicht dazu gekommen, an dieser Stelle mehr von meiner Recherchereise nach Norwegen zu berichten. Da müssen Sie wohl in eine meiner Lesungen kommen, wo ich sicher davon erzählen werde 😉
Ich habe das Grab der Malerin Signe Munch besucht, über die ich einen biografischen Roman schreibe. Aus dem Küstenquartett, zwei weiblichen und zwei männlichen Autoren, die gemeinsam aufgetreten sind, ist Lesula geworden. Dahinter verbirgt sich Leselust und Lampenfieber, zwei Autoren und ich, die nun zusammen auf die Bühne gehen.

Februar 2019: Inselärztin Wiebke Klaus kämpft gegen ein Virus

Im Juni ist Villa Sanddorn erschienen, und schon im November habe ich den dritten Band der Sanddorn-Reihe abgegeben. Unzählige Krimis haben mir schlaflose Nächte bereitet, denn ich musste mich festlegen: Welcher ist für mich

August 2019: Das packende Leben von Signe Munch, Nichte des berühmten Malers Edvard.

der beste des Jahres? Im Januar treffen meine Jury-Kollegen und ich die endgültige Entscheidung und verfassen die Laudatio.
Ich habe mich mit dem Kakao-Import beschäftigt und Inselärztin Wiebke Klaus in Band 2 einige harte Nüsse zu knacken gegeben.

Nun kehrt für ein paar Tage Ruhe ein. Zeit, mich ganz herzlich bei Ihnen zu bedanken! Ohne Ihr Interesse an meinen Büchern hätte ich all diese Dinge nicht tun können.
Es war spannend und hat mir große Freude gemacht. Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen mit den Büchern, die daraus entstehen, auch ein wenig Freude machen kann.

Ich wünsche Ihnen allen ein wunderschönes Fest, einen fröhlichen Jahreswechsel und vor allem ein gesundes und friedliches 2019!

Ihre Lena Johannson