Schattiges Plätzchen

Ich gebe es zu: Ich bin nicht immer gern zur Schule gegangen. Was ich in der Schulzeit sehr mochte, waren die Sommerferien oder Hitzefrei 😉

Die Schule habe ich lange hinter mir gelassen, damit aber auch den hoffnungsfrohen Blick auf das Thermometer. Hitzefrei gibt es nicht mehr, denn wenn die Abende wieder kalt sind, und es früh dunkel wird, möchten viele Leser zu einem neuen Buch greifen. Klettern die Temperaturen jetzt in die Höhe, ist mein Blick eher verzweifelt. Denken fällt in der Sauna eben schwer.

Mein großes Glück: Hier in Ostseenähe weht meist eine Brise. In diesen Tagen kann man sich zwar auch darauf nicht mehr verlassen, aber wenn, dann nichts wie raus! Dann wird schnell der Arbeitsplatz unter freiem Himmel eingerichtet.
Ein großer Milchkaffee zum Munterbleiben, eine Kanne Eistee – selbstgemacht natürlich, etwas Studentenfutter für Hirn und Seele und nicht zuletzt das Laptop mit neuem Akku (Danke, Schatz!).

Ja, so lässt es sich deutlich besser arbeiten. Wenn da nicht unsere Untermieter wären. An unserem Giebel haben zwei Schwalbenpärchen gebaut. Drollig, wie sie in höchsten Tönen zwitschernd, fast murmelnd, ständig in ihre faszinierenden Nester fliegen und gleich darauf wieder zur Futtersuche lossausen. Schön, dass sie da sind. Und ein bisschen Ablenkung hat ja noch niemandem geschadet 😉

Lesen, lesen, lesen

Solche gut gefüllten Bücherkisten stehen momentan überall bei mir herum. Der Inhalt: ausschließlich Krimis!
Blutrünstige, humorvolle Geschichten, Regionalkrimis, Thriller und Bücher, die sich zwar in einen Karton aber sicher nicht in eine Schublade stecken lassen.

Als Mitglied der diesjährigen Glauser-Jury muss ich die nicht alle bis zum hoffentlich spannenden Ende lesen. Aber ich sollte mir doch genügend Seiten zu Gemüte führen, um mir ein faires Urteil über den Text bilden zu können.

Welcher Krimi bringt es zum Krimi des Jahres? Wer hat die Perle, den Spitzentitel, den Hammer geschrieben?
Gemeinsam mit meinen vier Jury-Kollegen versuche ich, diese Antwort zu finden.

Dass auf dem Bild kein Autorenname, kein Titel und kein Cover zu erkennen ist, ist kein Zufall. Würde ich etwas verraten, müsste man mich leider erschießen. 😉
Aber das darf ich verraten: Nächstes Jahr im April wird der Sieger im Rahmen der Criminale gekürt. Mehr zum Krimi-Treff des Jahres im nächsten Tagebucheintrag.

Wo bin ich?

Manchmal ist man als Autorin ganz schön viel unterwegs. Erraten Sie, wohin es mich dieses Mal verschlagen hat?

Ja, stimmt, an die Ostsee!

 

 

 

 

Genauer?

Der Badekarren ist ein heißer Tipp …

 

 

Richtig, ich war auf Usedom. Ich durfte schon zum dritten Mal in dem hübschen Hans Werner Richter-Haus in Bansin lesen. Schön war’s mal wieder. Wenn Wetter und WM auch gegen mich waren, kamen doch sehr interessierte Zuhörer, und die Leiterin des Hauses hat – wie immer – für eine wunderbare Atmosphäre gesorgt.
In diesem Sinne: Hoffentlich bis zum nächsten Mal auf Usedom!

 

Dat Hallig nich aus …

Mensch, nun war ich aber wirklich lange nicht mehr an der Nordsee. Jahr um Jahr ohne Hooge? Dat Hallig nich aus! 😉  Also nix wie hin. Und das kam so:

Eine liebe Freundin rief an: „Ich mache eine Woche Urlaub auf Hooge und habe noch Betten frei. Hast du nicht Lust, dich anzuschließen?“
Mein erster Gedanke – nach einem tiefen Seufzer: Keine Zeit. Aber die Sehnsucht nach Warften und Vogelgezwitscher, nach Nordseeluft und Weite im Herzen war sofort da. Und kurz danach der rettende Einfall: Mein nächster Roman spielt zu großen Teilen auf der Hallig! Also musste ich doch geradezu fahren …

Es war soo schön! Ein bisschen wie zweite Heimat, vertraute Gesichter, Menschen, die einen aufnehmen, als wäre man nie weg gewesen und gehen lassen, als würde man sowieso bald wiederkommen. Ein gutes Gefühl.

Viel Neues gab es auch, das bestimmt einen Weg in das Manuskript finden wird. Nicht nur das Dach wird ausgebessert, sondern auch sonst hat sich auf Kirchwarft einiges verändert. Auf Hanswarft, von Einheimischen auch gern Downtown genannt, wird sogar neu gebaut.

 

 

 

Mit frischen Eindrücken im Kopf und im Herzen schreibe ich nun also Die Liebe der Halligärztin.
Keine Sorge, wird nicht kitschig, sondern stellenweise so rau wie die Nordsee 😉

Literaturcafé Carlsson’s

Morgenstimmung am Strand von Binz

Unverhofft kommt gar nicht so oft. Vor allem keine Lesung an so einem schönen Ort …

Für gewöhnlich stehen Lesungstermine lange im Voraus fest, wie Sie in der Rubrik Termine sehen können. Manchmal ein ganzes Jahr. Im Frühjahr bekam ich die Anfrage, ob ich nicht kurzfristig in einem Literaturcafé auf Rügen lesen könnte …

Schlafen unter dem Sanddornzweig

Eigentlich hatte ich überhaupt keine Zeit. Neue Projekte, Steuererklärung, ach ja, einen Haushalt gibt es ja auch noch …
Andererseits …Binz auf Rügen, Strand, ein lauer Frühsommerabend …Obendrein gehört das Café zu einer Pension mit dem schönen Namen Villa Sanddorn.

Was soll ich sagen? Ich bin gefahren und habe es nicht bereut. Nicht nur, dass es eine nette und interessierte Runde war, die sich zum Zuhören eingefunden hatte, nein, allein das Café und die Pension sind eine Reise wert. Normalerweise vermeide ich Werbung auf meiner Seite, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. Schon die liebevolle Einrichtung hat mich begeistert. Doch selbst die verblasst gegenüber den Mitarbeitern. So ein großartiges Team! Selten darf man so sehr das Gefühl genießen, ein willkommener Gast zu sein, dessen Wohlbefinden allen am Herzen liegt. Dass die Küche außerdem köstliche Qualität liefert, rundet das Ganze ab. Einfach toll!

Ich freue mich jetzt schon darauf, im Juli im Carlsson’s aus Villa Sanddorn zu lesen 😛

Gut geklappert ist halb gewonnen

Klappern gehört zum Handwerk, heißt es.
Ich muss zugeben, Werbung für meine Bücher zu machen, gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben.

Manchmal kann Werbung aber auch Freude machen. Zum Beispiel, wenn der ortsansässige Supermarkt einen engagierten Leiter mit einem großen Herz für lokale Produkte hat.
So steht mein Marzipanmädchen – signiert natürlich – nun also neben Marzipantorten mit örtlichem Motiv – welch eine schöne Geschenkidee. Mal sehen, ob die Kunden das auch so sehen 😉

Criminale 2018

Einige Vorträge und auch die Vollversammlung fanden im prächtigen Stadthaus statt.

Über die Criminale habe ich schon mehrfach berichtet und werde es bestimmt auch noch öfter tun. Warum? Weil es die Top-Veranstaltung des Jahres vom Syndikat ist, der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren. Und obwohl Krimi nun nicht gerade mein Schwerpunkt ist, habe ich im Syndikat doch meine berufliche Vereins-Heimat gefunden.

Übrigens kann man die Criminale auch besuchen, ohne Mitglied oder Autor oder Verleger oder Buchhändler zu sein. Sondern einfach nur so. Als Krimi-Fan, der Lesungen hören, Autoren treffen, an einer Preisverleihungsgala teilnehmen möchte. Darüber erzähle ich in dieser Rubrik in einigen Wochen gerne mehr …

Krimi-Autoren produzieren Leichen. Da liegt es nahe, den örtlichen Friedhof zu besuchen. Der Stadtgottesacker ist auch für Nicht-Kriminalisten sehenswert.

Jedes Mal findet die Criminale in einer anderen Stadt statt. Dieses Mal ist es Halle an der Saale. Eine tolle Stadt! Mit tollen Leuten! Heute Morgen bei der Vollversammlung waren wir uns einig: eine absolute Wohlfühl-Criminale, bei der alles super geklappt hat.
Wunderbare Veranstaltungsorte – vom ehrwürdigen Stadthaus bis zur Ulrichkirche – ein abwechslungsreiches Programm, dazu überall freundliche, gut gelaunte und sehr hilfsbereite Menschen, mehr geht nicht.
Ach doch: Das Wetter hat nämlich auch noch mitgespielt, sodass es eine doppelte Freude war, die Gassen und Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Aller guten Dinge sind vier

Von links: Clara Weißberg, Frank Friedrichs, Lena Johannson, Matthias Teut

Schreiben ist ein überwiegend einsamer Beruf. Darum freue ich mich über jede Gelegenheit, mich mit Kollegen auszutauschen.

Richtig viel Spaß machen Lesungen mit mehreren Autorinnen und Autoren. Darum und weil wir uns für unsere Zuhörer ein wirklich schönes Konzept ausgedacht haben, gibt es uns jetzt als Viererpack!
WIR sind Clara Weißberg, Matthias Teut, Frank Friedrichs und ich.
Vier Schriftsteller – vier Genres.

Die Idee ist, dem Publikum an nur einem Abend vier ganz verschiedene Kategorien von Geschichten zu präsentieren. Mit dabei ist Fantasy, der Frauenroman, natürlich Krimi und historischer Roman. Vier Menschen – vier Arten, den Text vorzutragen. Spannende, witzige, turbulente Stunden sind garantiert. Obendrein haben unsere Zuhörer noch die Möglichkeit, uns mit Fragen zu bombardieren.

Unser erster Termin in dieser Formation wird im August in Harsefeld sein. Näheres rund zwei Wochen vorher in der Rubrik Termine.
Ach übrigens, man kann uns auch buchen! Sprechen Sie mich gerne an.

Jede Menge erste Schritte

Schöne Kombination aus traditioneller und moderner Architektur.

Die Buchmesse Leipzig steht vor der Tür. Dort entstehen immer neue Ideen. Genau wie bei der großen Schwester, der Buchmesse in Frankfurt. Manche dieser Ideen verwirft man früher oder später, andere begleiten einen lange, ehe man sie umsetzen kann. Aber einige drängeln auch. So ist es mir im letzten Oktober ergangen.

Ein neuer Einfall, ein Verlag, der ihn haben will. Als Autorin frage ich mich da zuerst: Trägt das Thema wirklich für einen ganzen Roman? Was hängt alles an der Grundidee dran, woraus könnte man Nebengeschichten entwickeln? Wenn die Antwort auf die erste Frage JA lautet, und es beim Nachdenken über die zweite nur so sprudelt, ist das ein gutes Zeichen!

Der nächste Schritt ist die Recherche. Und die erforderte dieses Mal sehr viele Schritte von mir, denn ich war in Hamburg unterwegs. Zu Fuß natürlich, das Wetter war schön – ist schon eine Weile her – und ich wollte auf keinen Fall auch nur den kleinsten Hinweis, ein bedeutendes Gebäude oder die Atmosphäre zwischen Hafen und Kaufmannshäusern verpassen.

… als wäre die Zeit stehengeblieben.

Neben der Bibliothek der Handelskammer, in der ich in Unterlagen ganz spezieller Firmen geblättert habe, besuchte ich das Speicherstadtmuseum und auch das Museum für Hamburgische Geschichte. Und ich hatte ein sehr nettes Gespräch mit einem Hamburger Kaufmann, der eine solche ganz spezielle Firma leitet, ein Familienunternehmen mit

Hier ist der Tipp. Na, erkannt?

langer Tradition. Was denn nun das Spezielle ist?
Verrate ich nicht. Noch nicht.
Aber ich gebe einen kleinen optischen Tipp.

 

 

 

Tja, so ist das manchmal. In Frankfurt entsteht eine neue Idee, und in Leipzig ist schon ein großer Brocken davon umgesetzt 🙂
Mehr dazu demnächst auf dieser Seite.

Viel Spaß für den guten Zweck

Anfang Dezember habe ich die Initiative Verschenke eine Wohnzimmerlesung vorgestellt.

Ich freue mich riesig, dass ich für drei Lesungen gebucht wurde, denn das spült Geld in die Kasse von DocMobile. Diese Organisation von Ärzten kümmert sich um Flüchtlinge in Griechenland.
Die erste der drei Veranstaltungen hat jetzt stattgefunden. Sehr nette Gastgeber hatten alles ganz wunderbar vorbereitet und ihren zwölf Gästen und mir einen rundum angenehmen Abend bereitet.
Dafür von mir noch mal ein herzliches Dankeschön!

Wer Interesse an weiteren Hintergrundinformationen zu dieser Spendenaktion hat, findet sie auf der Homepage der Gastgeberin. Ein Besuch lohnt sich, denn auf ihrem Blog beschreibt sie viele spannende Reisen.