Mimi Dahlström

Für gewöhnlich lese ich keine Rezensionen. Neulich hat es sich aber doch ergeben, dass ich mir ein paar Meinungen zu meinem letzten Roman Zwischen den Meeren angesehen habe.

Ein Kommentar, der mehrfach auftauchte,  veranlasst mich dazu, an dieser Stelle darauf zu reagieren. In der Trilogie Vier Frauen und ein Jahrhundertbauwerk, das die Welt verändert geht es um den Bau des Nord-Ostsee-Kanals. Einige Leser und Leserinnen haben sich mehr über die Familie von Heinrich Hermann Dahlström gewünscht, des Mannes, der sieben Jahre lang für den Kanal gekämpft und geworben hat. Seine älteste Tochter Mimi, hier auf dem Foto etwa sechzehn Jahre alt, ist eine der vier Erzählperspektiven in den Romanen. Jeder Roman hat eine Hauptperspektive. Eine Frau spielt also jeweils die Hauptrolle eines Buches.

Insgesamt wird es drei Bände geben. Drei Bände, vier Perspektiven? Ich habe mich ganz bewusst entschieden, den drei Figuren, die meiner Phantasie entspringen, mehr Raum zu geben. Mimi wird aber in allen Bänden mit-erzählt. Dafür habe ich mehrere Gründe. Der wohl wichtigste: So sehr ich mich auch darüber freue, eine reale Person auftreten lassen zu können, die noch dazu so dicht an der Planung des Kanals war, so gehemmt bin ich auch, ihr etwas anzudichten, um der Geschichte  mehr Spannung zu verleihen. Bei den anderen drei kann ich mich austoben, bei Mimi jedoch fühle ich mich an die Fakten gebunden.
Hinzu kommt, dass ihr Vater nicht direkt mit dem Bau beschäftigt war, sondern sich um zwei Unternehmen gekümmert hat. Entsprechend hatte auch Mimis Leben nach der Grundsteinlegung nicht mehr übermäßig viele Berührungspunkte.

Wie gesagt: Mimi wird auch in Band 2, der kurz vor der Fertigstellung steht, und in Band 3 eine Rolle spielen. Doch sie wird sich auch in den Fortsetzungen nicht in den Vordergrund drängen.
Wer mehr über die Familie wissen möchte, sollte zu dem Buch von Merve Giebler greifen, die die Erinnerungen ihrer Großmutter Else und deren Schwester Mimi Dahlström aufgeschrieben hat. Hermann Dahlström – Vater des Nord-Ostsee-Kanals – Hundert Jahre Familiengeschichte der Familie Hermann und Dorothea Dahlström im Hamburg des 19. Jahrhunderts ist unter mervegiebler@yahoo.de zu bestellen.

Marketing-Gag? Von wegen!

Recherche-Pause am Kanal

Haben Sie es mitbekommen? Fast zwei Wochen war der Nord-Ostsee-Kanal permanent in den Medien präsent, jedenfalls hier im Norden. Eine Ölhavarie hatte dafür gesorgt, dass er gesperrt werden musste. Nichts ging mehr, ein Millionenschaden.

Eine Kollegin schrieb mir mit einem dicken Augenzwinkern, was es für eine aufwändige und gelungene PR-Maßnahme gewesen sei, den Kanal sperren zu lassen, um Aufmerksamkeit auf meine neue Reihe zu lenken.  Vier Frauen und ein Jahrhundertbauwerk, das die Welt verändert handelt schließlich vom Bau der Wasserstraße.

Ein netter Scherz, aber auf diese Art von Marketing hätte ich natürlich gern verzichtet. Neben dem wirtschaftlichen Fiasko – immerhin fahren gewöhnlich rund 100 Schiffe täglich durch den NOK – hat vor allem die Natur gelitten. Durch ein Leck in einer Pipeline ist Rohöl ausgetreten und ins Wasser gelangt, hat Pflanzen und Vögel bedroht. Und das kurz vor Weihnachten.

Das Tolle an dem eigentlich schlimmen Unfall: Freiwillige Helfer, z.B. vom THW und der Feuerwehr, haben ihre Feiertage geopfert, um das Öl zu beseitigen und Böschungen in mühsamer Handarbeit zu säubern. Hut ab! Toll war das für die Beteiligten sicher nicht, aber für mich wurde dadurch eine gute Nachricht draus. Ich fand es großartig, wie viele Menschen eben doch bereit sind, auf Gemütlichkeit und Ruhe zu verzichten, um für andere anzupacken.
Vielleicht haben die Helfer und Helferinnen ja Lust auf einen gemütlichen Abend mit Punsch, Keksen und Lesung als kleines Dankeschön … Also, ich wäre sofort dabei!

Fröhliche Weihnachten 2022

Leise rieselt tatsächlich der Schnee. Jede Menge davon, es sieht so schön aus!

Die Post ist erledigt, der Braten bestellt – kein Zweifel, nun geht es mit riesigen Schritten auf Weihnachten zu und damit auch auf das Jahresende.
Heute bekam ich eine Mail von einem Verlag. Es sei schwierig, in Zeiten des Krieges und der Inflation eine positive Bilanz zu ziehen, stand da. Das konnte ich nachvollziehen. Aber dann fragte ich mich: Warum eigentlich? Ist doch schön, dass jemand mit seinem Geschäft und hoffentlich mit seinem Leben zufrieden ist. Nützt doch niemandem, aus Solidarität zu klagen.
Solidarität? Ja! Klagen? Nein!

Hinter mir liegt ein turbulentes Jahr. Der erste Band meiner neuen Saga über den Bau des Nord-Ostsee-Kanals ist erschienen. Ein Manuskript ist abgegeben, es ist der fünfte Teil meiner Sanddorn-Reihe. Gerade arbeite ich an Band 2 von Vier Frauen und ein Jahrhundertbauwerk, das die Welt verändert, im nächsten Jahr folgt dann der dritte und letzte Teil sowie ein biographischer Roman über das Künstlerpaar Clara Westhoff und Rainer Maria Rilke.
Hört sich nach vielen Stunden am Schreibtisch an? Ja, da ist einiges zusammen gekommen und in Sicht.

Allerdings war ich auch viel unterwegs, denn ich war zu rund 30 Lesungen in ganz Deutschland eingeladen. Und fast alle haben sogar stattgefunden 🙂 Es hat riesigen Spaß gemacht, viele engagierte Bücherei-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen und interessierte Leser und Leserinnen zu treffen und Orte kennenzulernen, die ich vielleicht nie besucht hätte. Auch damit geht es 2023 weiter, ich freue mich schon drauf!

Tut mir leid, dass die Einträge in dieser Tagebuch-Rubrik durch die vielen Reisen etwas zu kurz gekommen sind. Jede Münze hat zwei Seiten. So habe ich doch glatt schon einen guten Vorsatz für das neue Jahr 😉

Ich hoffe, es gibt auch in Ihrem Leben viel Erfreuliches, auf dass Sie zurückblicken und Schönes, auf das Sie sich freuen können.

Ein geruhsames Weihnachtsfest und ein gesundes und glückliches 2023
wünscht
Lena Johannson

 

Hauptsache Lesen

Habe kürzlich eine Postkarte bekommen: „Wer Bücher zum Freund hat, kennt keine Langeweile.“ Wohl wahr, Lesen ist eine tolle Beschäftigung.

Im Urlaub habe ich auch gelesen, allerdings kein Buch, sondern Wein. Für einen edlen Tropfen reicht die Ausbeute dieses Jahr noch nicht. Wir wohnen ja auch ziemlich weit im Norden, gut möglich, dass der Tropfen ohnehin nicht sonderlich edel, sondern eher sauer würde.

Vielleicht können wir im nächsten Herbst trotzdem nicht nur ernten, sondern auch keltern. Wenn nicht, landen die Träubchen eben wieder im Entsafter. Kommt nicht drauf an. Hauptsache Lesen!

Saga über die Entstehung des Nord-Ostsee-Kanals

Merve Giebler (rechts) zeigt mir ihre Familienchronik

Ich freue mich so! Der erste Band über die Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals ist im  Handel. Es ist immer schön, wenn ein neuer Roman endlich gewissermaßen in die Freiheit entlassen wird. Ich stecke enorm viel Arbeit hinein, zunächst Material zusammenzutragen, mit Ideen und erfundenen Figuren und Geschehnissen zu würzen und dann alles zu einer hoffentlich spannenden Handlung zu bauen. Das Ganze findet – abgesehen von Recherche-Ausflügen – allein im stillen Kämmerlein statt. Umso ungeduldiger erwarte ich ab dem Erscheinungsdatum die Reaktionen der Leser und Leserinnen.

Bei diesem Buch ist meine Freude besonders groß, denn ich durfte einer Familie recht nah kommen, die untrennbar mit dem Kanal verbunden ist. Mehr darüber erfahren Sie in einem Interview, das der Aufbau Verlag mit mir geführt hat. Einfach anklicken: INTERVIEW

Übrigens habe ich mit Merve Giebler in diesem Jahr ein Strandkorbgespräch geführt. Das können Sie auf YOUTUBE ansehen. Viel Spaß!

Von wegen Pause

Im Juli habe ich mein Tagebuch in die Sommerpause geschickt. Seitdem: Funkstille!
Weil ich so lange Ferien gemacht habe? Von wegen. Im Gegenteil. Ich habe an drei Romanen parallel gearbeitet, an einem schreibe ich, den zweiten recherchiere ich gerade an und Nummer drei wird korrigiert und bearbeitet.
Außerdem war und bin ich auf Herbst-Lesetour in ganz Deutschland. Nächste Woche geht’s weiter.

Unglaublich, welche zauberhaften Orte ich dabei entdecken durfte. Zum Beispiel das Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg. Eine Buchhandlung mit großer Auswahl und engagierten Mitarbeiterinnen geht quasi in einen Welt-Laden und in ein gemütliches Hotel über. Wenn Sie mal in die Lüneburger Heide fahren, kann ich einen Abstecher nur empfehlen.

Auch einen Besuch im Städtchen Bautzen lege ich Ihnen ans Herz. Ich fuhr ohne große Erwartungen los und fand mich im Mittelalter wieder, wohlgemerkt: in einer idyllischen und sehr friedlichen Version des Mittelalters.

 

In Radeberg überraschte mich die Stadtbücherei mit Buch-Kunst der besonderen Art im Bibliotheksgarten und mit einem üppigen Buffet, mit dem das Publikum zur Begrüßung und in der Pause verwöhnt wurde.

Auch die Bühne in Königs Wusterhausen möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es gab nicht nur eine Technik, die keine Wünsche offen ließ, sondern obendrein einen Profi, der sie bedienen konnte und gut gelaunt für Licht und Ton gesorgt hat.

Sie sehen, ich bin viel herumgekommen und freue mich auf viele weitere spannende Orte und vor allem auf interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer.
Und in der Bahn lese ich weiter Korrektur, schreibe, recherchiere … 😉

Kriminelle Vögel

Ehe ich mein Tagebuch in die Sommerpause schicke, möchte ich noch ein Bild aus unserem Garten mit Ihnen teilen.

Oha, Polizeiabsperrung!
Um ehrlich zu sein, wollte mein Mann damit nur die Vögel verunsichern. Die haben sich nämlich dreist über seine Rasensaat hergemacht. Vor allem die Spatzen, diese Gauner.

Ob Sie’s glauben oder nicht: Amsel, Drossel, Fink und Star und die komplette kriminelle Vogelschar ließ sich von der Aktion beeindrucken, der nackte Streifen zwischen Rasen und Pflaster ist inzwischen satt grün.

Das Absperrband hatte ich noch für Krimi-Lesungen herumliegen. Manchmal kann mein Beruf überraschend praktische Effekte mit sich bringen 😉

 

CRIMINALE 2022

Unweit meines Hotels hatte es sich eine Dame mit einem Stapel Bücher bequem gemacht 😉

Im Mai hat endlich mal wieder eine CRIMINALE stattgefunden. Treue Leser und Leserinnen meines Tagebuchs wissen, dass das ein jährliches Festival des Syndikats ist. Das ist wiederum der größte Verein deutschsprachiger Krimi-Autorinnen und -Autoren.

Welch eine Freude, nach pandemiebedingter Pause wieder echte Kollegen aus Fleisch und Blut an einem Ort zu treffen, der nicht „am Bildschirm“ heißt, sondern „Café“ oder „Kneipe“ ;-D

Was genau ist die CRIMINALE? Auf der Homepage des Syndikats heißt es, es sei der größte Krimi-Branchentreff Europas, eine mehrtägige (Fach-)Tagung mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Seminaren sowie mit vielen Lesungen an ungewöhnlichen Orten. Wohl wahr.

Auch wahr ist, dass der Höhepunkt immer die Preisverleihungsgala am Samstag Abend ist. Kolleginnen oder Kollegen werden von Jurys ausgezeichnet, die aus Fachleuten, nämlich aus Krimi-Schreiberlingen bestehen. Geehrt werden die besten Werke des Jahres in den Kategorien Kurz-Krimi, Debüt, Kinder- und Jugend-Krimi und Roman.
Ich hatte das Vergnügen, in der Roman-Jury fleißig zu lesen. Darüber habe ich an dieser Stelle berichtet. Nun hatte ich die Ehre, mit unserer Jury-Organisatorin Moni Reinsch auf der Bühne des Parktheaters Iserlohn

Die Nominierten von links: Petra Ivanov, Simone Buchholz, Jörg Juretzka, Ina Resch – leider nicht dabei: Michael Wallner

die Laudatio zu halten und Jörg Juretzka für seinen Krimi Nomade den Glauser in die Hand zu drücken. Warum wir als Jury uns auf ihn geeinigt haben, lesen Sie hier.

Jörg Juretzka bei seiner Dankesrede. Links Moderatorin Sandra Lüpkes, rechts Moni Reinsch und ich. Der kleine Kerl ganz links auf der Armlehne ist der Glauser 😉

Vom Jungfernstieg in die Niederlande

Schon Anfang des Jahres hatte ich davon berichtet, dass Die Frauen vom Jungfernstieg übersetzt wurde und wird, unter anderem ins Niederländische.
Das Interview, das ich für die Buch-Plattform Hebban gegeben habe, ist inzwischen erschienen. Sehr lustig, selbst nicht lesen zu können, was ich auf die Fragen geantwortet habe 😉

Einiges kann man doch verstehen, z.B. „Lena Johannson was boekverkoper voor ze begon met schrijven.“ = „Lena Johannson war Buchhändlerin, ehe sie mit dem Schreiben begonnen hat.“

In diesem Monat erscheint übrigens schon der zweite Band bei unseren niederländischen Nachbarn. Ich freue mich riesig, dass der Verlag so engagiert ist! Gerade wurde ich nämlich gebeten, für den Buchhandel und für die Leserinnen und Leser jeweils ein Filmchen mit einer kleinen Grußbotschaft zu produzieren. Glücklicherweise auf Deutsch mit Untertiteln.

Übrigens ist nicht nur meine Leserschaft international geworden, sondern auch meine Homepage. Ein großes Dankeschön an meinen Mann, der im Handumdrehen dafür gesorgt hat.

So, jetzt muss ich aber fix los zum Friseur und dann vor die Kamera 😉

Gruß von Signe

Hin und wieder bekomme ich Leserpost. Mal ist es die Reaktion auf ein Buch, das jemand gerade gelesen hat. Nicht selten gibt es einen persönlichen Bezug, den mir eine Leserin oder ein Leser mitteilt. Ich freue mich immer sehr darüber. Übrigens auch über kritische Kommentare, denn die helfen mir, mich als Schriftstellerin weiter zu entwickeln.

Schon häufig habe ich eine Mail bekommen, in der es hieß: „Können Sie mir eine Abbildung eines Gemäldes von Signe Munch schicken? Leider kann ich nirgends eine finden.“
Tatsächlich ist über die Künstlerin und ihr Werk nur wenig bekannt, weshalb es eine echte Herausforderung war, in Die Malerin des Nordlichts ihre Lebensgeschichte zu erzählen.

Kürzlich erhielt ich die Nachricht eines Ehepaars, die gerade genau diesen biografischen Roman gelesen hatten und damit etwas Besonderes verbanden.
Sie erzählten mir, sie hätten 2019 mit dem Wohnmobil in Norwegen Urlaub gemacht – nicht zum ersten Mal. Auf der Heimreise von den Lofoten legten sie in einem Dorf eine Pause ein und entdeckten ein Antiquitätengeschäft. Die wirkliche Entdeckung wartete drinnen. Es handelte sich – Sie können es sich denken – um ein Gemälde. Zwar war auf dem aus dem Jahr 1936 stammenden Bild eine Signatur vorhanden, die sagte den beiden damals allerdings noch nichts. Weil es sie jedoch emotional so sehr angesprochen hat, kauften sie es.
Inzwischen ist Ihnen bewusst, welchen Schatz sie erworben haben. Und nach der Lektüre von Die Malerin des Nordlichts wissen sie auch mehr über Signe Munch-Siebke.

Welch eine wunderbare Geschichte, ich freue mich sehr darüber. Natürlich freue ich mich auch, dass die beiden mir ein Foto des Gemäldes geschickt und erlaubt haben, es mit Ihnen allen zu teilen.
Danke dafür!