Kriminelle Vögel

Ehe ich mein Tagebuch in die Sommerpause schicke, möchte ich noch ein Bild aus unserem Garten mit Ihnen teilen.

Oha, Polizeiabsperrung!
Um ehrlich zu sein, wollte mein Mann damit nur die Vögel verunsichern. Die haben sich nämlich dreist über seine Rasensaat hergemacht. Vor allem die Spatzen, diese Gauner.

Ob Sie’s glauben oder nicht: Amsel, Drossel, Fink und Star und die komplette kriminelle Vogelschar ließ sich von der Aktion beeindrucken, der nackte Streifen zwischen Rasen und Pflaster ist inzwischen satt grün.

Das Absperrband hatte ich noch für Krimi-Lesungen herumliegen. Manchmal kann mein Beruf überraschend praktische Effekte mit sich bringen 😉

 

CRIMINALE 2022

Unweit meines Hotels hatte es sich eine Dame mit einem Stapel Bücher bequem gemacht 😉

Im Mai hat endlich mal wieder eine CRIMINALE stattgefunden. Treue Leser und Leserinnen meines Tagebuchs wissen, dass das ein jährliches Festival des Syndikats ist. Das ist wiederum der größte Verein deutschsprachiger Krimi-Autorinnen und -Autoren.

Welch eine Freude, nach pandemiebedingter Pause wieder echte Kollegen aus Fleisch und Blut an einem Ort zu treffen, der nicht „am Bildschirm“ heißt, sondern „Café“ oder „Kneipe“ ;-D

Was genau ist die CRIMINALE? Auf der Homepage des Syndikats heißt es, es sei der größte Krimi-Branchentreff Europas, eine mehrtägige (Fach-)Tagung mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Seminaren sowie mit vielen Lesungen an ungewöhnlichen Orten. Wohl wahr.

Auch wahr ist, dass der Höhepunkt immer die Preisverleihungsgala am Samstag Abend ist. Kolleginnen oder Kollegen werden von Jurys ausgezeichnet, die aus Fachleuten, nämlich aus Krimi-Schreiberlingen bestehen. Geehrt werden die besten Werke des Jahres in den Kategorien Kurz-Krimi, Debüt, Kinder- und Jugend-Krimi und Roman.
Ich hatte das Vergnügen, in der Roman-Jury fleißig zu lesen. Darüber habe ich an dieser Stelle berichtet. Nun hatte ich die Ehre, mit unserer Jury-Organisatorin Moni Reinsch auf der Bühne des Parktheaters Iserlohn

Die Nominierten von links: Petra Ivanov, Simone Buchholz, Jörg Juretzka, Ina Resch – leider nicht dabei: Michael Wallner

die Laudatio zu halten und Jörg Juretzka für seinen Krimi Nomade den Glauser in die Hand zu drücken. Warum wir als Jury uns auf ihn geeinigt haben, lesen Sie hier.

Jörg Juretzka bei seiner Dankesrede. Links Moderatorin Sandra Lüpkes, rechts Moni Reinsch und ich. Der kleine Kerl ganz links auf der Armlehne ist der Glauser 😉

Vom Jungfernstieg in die Niederlande

Schon Anfang des Jahres hatte ich davon berichtet, dass Die Frauen vom Jungfernstieg übersetzt wurde und wird, unter anderem ins Niederländische.
Das Interview, das ich für die Buch-Plattform Hebban gegeben habe, ist inzwischen erschienen. Sehr lustig, selbst nicht lesen zu können, was ich auf die Fragen geantwortet habe 😉

Einiges kann man doch verstehen, z.B. „Lena Johannson was boekverkoper voor ze begon met schrijven.“ = „Lena Johannson war Buchhändlerin, ehe sie mit dem Schreiben begonnen hat.“

In diesem Monat erscheint übrigens schon der zweite Band bei unseren niederländischen Nachbarn. Ich freue mich riesig, dass der Verlag so engagiert ist! Gerade wurde ich nämlich gebeten, für den Buchhandel und für die Leserinnen und Leser jeweils ein Filmchen mit einer kleinen Grußbotschaft zu produzieren. Glücklicherweise auf Deutsch mit Untertiteln.

Übrigens ist nicht nur meine Leserschaft international geworden, sondern auch meine Homepage. Ein großes Dankeschön an meinen Mann, der im Handumdrehen dafür gesorgt hat.

So, jetzt muss ich aber fix los zum Friseur und dann vor die Kamera 😉

Gruß von Signe

Hin und wieder bekomme ich Leserpost. Mal ist es die Reaktion auf ein Buch, das jemand gerade gelesen hat. Nicht selten gibt es einen persönlichen Bezug, den mir eine Leserin oder ein Leser mitteilt. Ich freue mich immer sehr darüber. Übrigens auch über kritische Kommentare, denn die helfen mir, mich als Schriftstellerin weiter zu entwickeln.

Schon häufig habe ich eine Mail bekommen, in der es hieß: „Können Sie mir eine Abbildung eines Gemäldes von Signe Munch schicken? Leider kann ich nirgends eine finden.“
Tatsächlich ist über die Künstlerin und ihr Werk nur wenig bekannt, weshalb es eine echte Herausforderung war, in Die Malerin des Nordlichts ihre Lebensgeschichte zu erzählen.

Kürzlich erhielt ich die Nachricht eines Ehepaars, die gerade genau diesen biografischen Roman gelesen hatten und damit etwas Besonderes verbanden.
Sie erzählten mir, sie hätten 2019 mit dem Wohnmobil in Norwegen Urlaub gemacht – nicht zum ersten Mal. Auf der Heimreise von den Lofoten legten sie in einem Dorf eine Pause ein und entdeckten ein Antiquitätengeschäft. Die wirkliche Entdeckung wartete drinnen. Es handelte sich – Sie können es sich denken – um ein Gemälde. Zwar war auf dem aus dem Jahr 1936 stammenden Bild eine Signatur vorhanden, die sagte den beiden damals allerdings noch nichts. Weil es sie jedoch emotional so sehr angesprochen hat, kauften sie es.
Inzwischen ist Ihnen bewusst, welchen Schatz sie erworben haben. Und nach der Lektüre von Die Malerin des Nordlichts wissen sie auch mehr über Signe Munch-Siebke.

Welch eine wunderbare Geschichte, ich freue mich sehr darüber. Natürlich freue ich mich auch, dass die beiden mir ein Foto des Gemäldes geschickt und erlaubt haben, es mit Ihnen allen zu teilen.
Danke dafür!

Ein Jahrhundertbauwerk als Romanheld

Schrecklich lange musste ich, auf mein aktuelles Projekt angesprochen, schweigen. Aus gutem Grund. Manchmal erzählt der eine dem anderen etwas, plötzlich liegt ein Thema in der Luft, wie man so sagt, und schwupp, stürzt sich eine Kollegin oder ein Kollege darauf. Klar, jeder erzählt eine Geschichte anders, trotzdem ist es ärgerlich, wenn womöglich parallel der gleiche Stoff zweimal in die Läden kommt.

Aber nun ist die Verlagsvorschau bei den Buchhändlern und mein Schweigegelübde damit gelöst 😉 Ich darf verkünden: Held meiner nächsten Saga ist der Nord-Ostsee-Kanal!

Nachdem ich eine Dokumentation über den Bau gesehen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich wollte unbedingt die Geschichte der Menschen erzählen, die zu großen Teilen in Handarbeit einen fast hundert Kilometer langen Kanal quer durch Schleswig-Holstein gegraben haben.

Ich kann Ihnen sagen, nicht nur das Buddeln war ein echtes Mammutprojekt, das Schreiben darüber ist es auch. Deutlich weniger körperlich anstrengend allerdings 😉 Es gibt so viele Facetten. Welche rücke ich in den Mittelpunkt, welche erwähne ich nur am Rande oder überhaupt nicht?
Von Brunsbüttel bis Kiel gab es zum Beispiel Menschen, die ihr Land dem Kaiserreich überlassen mussten und schlimmstenfalls enteignet wurden, Unternehmer, die das große Geld gewittert haben, Bauern, die Feldsteine an die Kanalkommission verkaufen wollten, Orte, die zerschnitten wurden. Und es gab die vielen Männer, die in ihrer großen Not aus allen Himmelsrichtungen in den Norden Deutschlands strömten, in der Hoffnung, Arbeit und Auskommen zu finden.

Nach Monaten der Recherche (darüber berichte ich irgendwann ausführlich), schlaflosen Nächten und der großen Angst, den Stoff nicht in den Griff zu kriegen, wird die Rohfassung von Band 1 nun bald geschrieben sein. Ich kann Ihnen verraten, dass es Figuren geben wird, die meiner Fantasie entspringen und einiges durchmachen müssen. Es gibt aber auch echte Vorbilder. Noch nie hatte ich so viel Original-Dokumente einer Familie zur Verfügung, um deren Geschichte emotional und authentisch einweben zu können.
Sie dürfen wirklich gespannt sein!

Drama, Baby

Seit 2007 mein erster Roman Das Marzipanmädchen erschienen ist, arbeite ich permanent an neuen Büchern. Glücklicherweise sind mir die Ideen nicht ausgegangen. Ich schreibe also ein Exposé, das ist eine Zusammenfassung, in der ich die wichtigsten Figuren und die Handlung skizziere. Die zuständige Person im Verlag liest es, im Idealfall bekomme ich einen Vertrag und los geht’s.
So hat es sich in den letzten 15 Jahren rund 30mal abgespielt.

Meine Arbeitsweise hat sich allerdings ein wenig geändert, ich habe ordentlich dazu gelernt. Während ich beim Marzipanmädchen einfach losgeschrieben habe, überlege ich mir heute gründlich, aus welcher Perspektive ich erzählen will. Ich lege eine Struktur fest. Arbeite ich mit Rückblenden, springe ich vielleicht sogar in unterschiedlichen Zeitebenen hin und her?

Die Recherche nimmt inzwischen noch viel mehr Raum ein als damals. Zuerst besorge ich mir meist einen Stadtplan aus der jeweiligen Zeit für den Ort, in dem die Handlung spielen soll. Darüber hinaus horte ich Bücher, Unterlagen aller Art, mache Fotos in Museen und Archiven.
Übrigens nimmt die Recherche auch deshalb immer sehr viel Zeit in Anspruch, weil ich mich damit vor dem ersten Satz drücken kann ;-D Ganz ehrlich: Nichts ist so schwer wie der Anfang!

In der Spalte links spiele ich die Entwicklung meiner Hauptfigur durch, daneben behalte ich den Überblick über die Kapitel, in der breiten Spalte steht dann irgendwann der Text, ganz rechts habe ich meine Figuren mit ihren Lebensdaten und Eigenschaften im Blick.

Früher habe ich ein Manuskript mit einem herkömmlichen Schreibprogramm erfasst, heute verwende ich ein Autorenprogramm mit dem schönen Namen Drama Queen. Es ist eine gute Hilfe, um die Figuren immer im Blick zu haben. Auch das sogenannte Storytelling ist eine prima Sache. Damit kann ich mir darüber klar werden, in welcher Situation meine Hauptfigur am Anfang ist, welche Wendepunkte sie erleben wird, und wie diese sich auswirken.
Das klingt sehr technisch? Stimmt, ist es auch. Aber es gibt mir ein prima Grundgerüst, um mich nicht zu verzetteln. Und irgendwann übernehmen meine Figuren sowieso das Regiment und diktieren mir, wo es langgeht. Dann ist es vorbei mit der Technik, dann ist wirklich Drama angesagt 😉

Keine besonderen Vorkommnisse

Hier in meinem Tagebuch berichte ich über meine Arbeit. Ich erzähle Ihnen von Dreharbeiten, von einer Ausstellung im Kunst-Pavillon oder von Lesungen. Oder ich gebe gute Nachrichten aus dem Verlag weiter, wenn etwa eins meiner Bücher ins Ausland verkauft wurde.
Wie sieht aber ein ganz normaler Tag aus, an dem ich weder zum Recherchieren unterwegs bin noch auf einer Veranstaltung? Sie denken, ich schreibe von morgens bis abends? Glauben Sie mir, das ist oft der Plan, und dann sieht die Realität anders aus … So zum Beispiel:

* Termin mit der Bücherei abgesprochen, die eine Krimi-Spende erhalten soll. Das bedeutet, die örtliche Presse einladen, wofür eine Pressemitteilung geschrieben werden muss.

* Der neue Beitrag für meinen YouTube-Kanal braucht noch einen Vorspann. Schnell mit dem entsprechenden Computerprogramm erstellen, während der Ehemann im Büro nebenan die Filmschnipsel in Form bringt, überblendet, schneidet. Sobald die Dauer des gesamten Beitrags feststeht, muss ein Kommentar eingelesen werden. Ich spreche ihn aufs Handy, Datei an den Ehemann, der Bild und Ton zusammenbringt. Nur noch schnell zur Sicherheit ansehen, ehe ich das Ergebnis hochlade.
Huch, die Technik, das unbekannte Wesen, hat den Film zerstückelt, einiges fehlt, nichts passt mehr zum Text. Also alles von vorn …

* Zeit zum Mittagessen, das sich dummerweise nicht von selbst kocht.

* Zurück am Schreibtisch warten gute Nachrichten im Mail-Postfach. Mehrere Veranstalter haben Interesse an Lesungen. Flugs freundliche Antworten mit den geforderten Informationen und vor allem mit Terminvorschlägen gesendet.

* Pandemiebedingt müssen Veranstaltungen verschoben werden, also wieder her mit dem Kalender, um nach Ausweichterminen zu suchen.

* Apropos Termin … Der Termin-Newsletter muss raus! Bevor er verschickt werden kann, muss er geschrieben werden 😉

* Für die Lesung am Ende der Woche schnell noch mal eben die Textstellen markieren, die ich vortragen will. Eine Passage umschreiben für eine kleine Schauspiel-Einlage. Den Abschnitt muss ich noch auswendig lernen, aber das mache ich morgen, denn ich habe noch keine Seite am aktuellen Manuskript geschrieben. Dabei wird es schon wieder dunkel.

Tja, so sieht er aus, der ganz normale Bürotag ohne besondere Vorkommnisse.
Nicht spektakulär, nicht glamourös, nicht sonderlich aufregend. Dummerweise auch nicht produktiv.
Ich kann Sie beruhigen, es gibt auch andere Tage, an denen ich tatsächlich von morgens bis abends in meine Geschichte abtauche. Dann sehe und höre ich nichts anderes und lese nicht einmal meine Mails. Und wenn dann mein Mann fragt, ob ich noch lange mache, ist es meist schon stockfinster 😉

Was wäre wenn

Und was wäre, wenn wir uns einfach auf den Weg machen würden?

Wenn Tausende Menschen aus allen Ecken Europas an die Grenzen reisen und von dort friedlich und unbewaffnet in die Ukraine marschieren würden in Richtung Kiew.

Statt hochzurüsten und zu drohen, einfach da sein.
Den russischen Soldaten sagen, dass sie das nicht tun müssen, dass der größte Teil der Welt sie beschützen und unterstützen würde, wenn sie den Kampf einstellen.

Hat das schon mal jemand versucht?
Ein Friedensmarsch der Zivilisten.
Junge, Alte, Frauen und Männer.
Wie sollte ein Angreifer damit umgehen? Würde er es wagen, auf Menschen zu schießen, die sich für ein Recht auf Frieden für alle, für einen Umgang auf Augenhöhe für alle, auf den Weg gemacht haben?

Stell dir vor, es ist Krieg, und alle gehen hin.
Wir sollten es tun!

Krimis im Überfluss

Gesagt, getan!
Wie in meinem letzten Tagebuch-Eintrag angekündigt, war ich heute in Ahrensbök und habe kistenweise Krimis abgeliefert.

Die guten Seelen der Gemeindebücherei Ute Denckert-Fengler (links) und Christiane Klause de Pupka sind über den kriminellen Zuwachs glücklich, aber auch ein wenig erschlagen 😉

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir geschleppt und gestapelt. Dann war es geschafft. Jedenfalls für mich. Für die beiden guten Feen der Gemeindebücherei, fängt die Arbeit jetzt erst richtig an: Titel in den Bestand einpflegen, mit Schutzumschlag und Code versehen, einsortieren.

Bücherei-Leiterin Frau Denckert-Fengler und ich haben uns vor Jahren bei einer Lesung kennengelernt

Trotzdem war die Stimmung vor dem hübschen Bürgerhaus „Ernst und Elly Prüß“ blendend.
Wenn Sie mal in der Gegend sind, sollten Sie es sich unbedingt ansehen. Namensgeber Ernst Prüß hat der Gemeinde Ahrensbök ein beträchtliches Vermögen hinterlassen. Bedingung war, das Erbe in ein der Allgemeinheit dienendes Bauwerk zu stecken. Das Ergebnis ist der Umbau und die Sanierung einer ehemaligen Hofstelle. Tolle Räumlichkeiten für verschiedene Kulturveranstaltungen, die man auch für private Anlässe mieten kann.
Dort hat die Gemeindebücherei ihr Zuhause gefunden, sie gibt es übrigens schon seit 1960.

Bekanntgabe der Nominierten

Im Juni habe ich in meinem Tagebuch über meine Arbeit in der Glauser-Jury berichtet.
Zur Erinnerung: Der Glauser ist ein Krimipreis, der jedes Jahr vom Syndikat e.V. vergeben wird. Das wiederum ist der Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur, ein kriminell guter Haufen von Kollegen und Kolleginnen, zu dem ich mich zählen darf. Und das obwohl Krimi nun wirklich nicht mein Hauptbetätigungsfeld ist.

368 Titel wurden zwischen dem 01.12.2020 und dem 30.11.2021 von 81 Verlagen eingereicht. Darunter war sogar jeweils einer aus Liechtenstein und Italien. Glücklicherweise musste ich nicht alle Bücher lesen, sondern nur rund 210. Auch schon eine Menge Holz, wie man so sagt. Insgesamt habe ich etwa 1.000 Punkte verteilt. Macht ganz grob fünf Punkte pro Krimi.
Zehn Punkte war die Höchstwertung, die allerdings die wenigsten ergattert haben, fünf Punkte bedeutete für mich ordentlicher Durchschnitt ohne große handwerkliche Schwächen, aber eben auch nicht positiv herausragend.

368 Bücher = riesige Vielfalt!

Jedes Buch hat von mir einen Zettel bekommen, auf dem ich mir Notizen gemacht habe. Die klangen zum Beispiel so:
* Ständige Wortwiederholungen, bewusst altertümliche Sprache – anstrengend
* Spannend, komplex, aber leider unnötig brutal
* Packend, glänzend recherchiert, gute Sprache
* Figuren blass und nicht greifbar; Banales blumig oder bemüht spannend beschrieben; Beziehungen der Figuren zueinander stimmen nicht
* Platt und effektheischend; Klischee-Alarm
* Sehr besonderer Held, witzig und unterhaltsam

Manchmal waren meine Kommentare wirklich böse, hin und wieder habe ich Stellen markiert, die meine Bewertung belegen sollten. Sie waren natürlich nur für mich bestimmt, damit ich mich schnell wieder an das erinnern konnte, was mir gefallen hat oder eben nicht. Auch wenn einige Kollegen und Kolleginnen schlecht abgeschnitten haben, habe ich vor jedem und jeder von ihnen Respekt, allein dafür, dass sie einen Roman geschrieben und einen Verlag überzeugt haben. Vieles ist schließlich Geschmackssache.

Und so kam es nicht selten vor, dass in der fünfköpfigen Jury fünf Meinungen zu einem Buch aufeinander prallten. Überraschenderweise gab es aber auch oft viel Einigkeit.
Nach regem Austausch über ein Jahr hinweg haben wir uns am 22. Januar 2022 virtuell getroffen und auf fünf Nominierte geeinigt. Wer das Rennen gemacht hat, sehen Sie hier.

Der Sieger soll nach zwei Jahren Abstinenz endlich wieder auf der Bühne vor Publikum geehrt werden. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Criminale statt, einem großen Krimi-Festival. Lust, dabei zu sein? Dann gucken Sie doch mal auf die Seite des Syndikats unter CRIMINALE.

Und was wird nun aus all den Krimis, die sich bei mir stapeln?
Einige sind schon weg, verschenkt an den Postboten, der sich nahezu täglich abgeschleppt hat oder an eine Senioren-Wohnanlage. Der größte Teil geht dieses Mal an die Bücherei in Ahrensbök. Büchereien sind für uns Autoren sehr wichtig. Oft haben sie leider erschreckend geringe Budgets.
Ich finde, dort sind die Krimis super aufgehoben, denn sie erreichen viele Leser.
Na dann, viel Spaß beim Schmökern allerseits!