Eine Apotheke zieht um

Es war Anfang März, als mich die Mail einer Dame erreichte.
Sie las gerade Die Frauen vom Jungfernstieg – Gerdas Entscheidung und schrieb mir:
„Stellen Sie sich vor, ich habe noch von der alten Unna-Apotheke einen Apothekenschrank!“

Wenn Sie sich jetzt fragen, was die alte Unna-Apotheke ist, haben Sie den ersten Band meiner neuen Saga noch nicht gelesen 😉 Dr. Paul Gerson Unna war seinerzeit der berühmteste Dermatologe Hamburgs und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und gefragt. Er arbeitete sehr eng mit Oscar Troplowitz zusammen, der das Labor von Paul Beiersdorf übernommen und zu einem Weltkonzern aufgebaut hat.

Ich fragte mich natürlich, wer die Glückliche ist, in deren Besitz sich der Original-Apothekenschrank befindet. Na klar, eine Frau vom Fach, nämlich Lucia Mötting, Besitzerin der Ise-Apotheke. Der Name kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, kürzlich wurde im Hamburg Journal darüber berichtet, dass diese Traditions-Apotheke nach 111 Jahren ihre Pforten für immer schließt. Ein Jammer, denn die denkmalgeschützte Einrichtung, die schon als Kulisse fürs Großstadtrevier gedient hat, war mindestens ebenso besonders wie der Kontakt von Frau Mötting zu ihren Kunden.

Es kommt Wehmut auf.

Die gute Nachricht: Die Besitzerin hat ein Museum in Steinhorst bei Lauenburg gefunden, das die komplette Einrichtung übernimmt und genau so aufbaut, als spaziere man in die alten Räume an der Hamburger Isestraße.

Der Abbau hat begonnen …

Es ist immer wieder höchst spannend, was mir mein wunderbarer Beruf so vor die Füße spült. Ich freue mich schon jetzt darauf, ab Juli dem Museum, der alten Apotheke und vielleicht auch Frau Mötting einen Besuch abzustatten. Auf jeden Fall werde ich in meinem Tagebuch berichten, sobald eine Besichtigung in Steinhorst möglich ist.

Ostsee für die Seele

Bei Weltbild sind kürzlich meine drei Sanddorn-Romane als Dreierpack-Sonderausgabe erschienen.

Aus diesem Anlass hat eine freundliche Mitarbeiterin mich interviewt. Das Ergebnis ist ab heute im Weltbild-Magazin zu sehen.
Kleiner Tipp: Das Interview ist länger, als es auf den ersten Blick scheint. Nach einer Hälfte folgt der Werbeblock, dann geht es mit Fragen und Antworten weiter. Herunterrollen lohnt sich also 😉

Viel Spaß beim Lesen!

Geöffnet, geschlossen, erlaubt, verboten???

Ich gebe zu, die Zeiten sind gerade nicht einfach. Muss ich eine positive Impfung oder einen negativen Test vorlegen, um mir in der Apotheke die Haare schneiden zu lassen? Darf ich den Mund-Nasen-Schutz beim Zahnarzt eigentlich abnehmen? Steht „& Co.“ für „& Corona“ oder für „& Covid“?

Die Welt ist komplizierter geworden. Und: Ein einziges Thema beherrscht die Medien, private Gespräche und die eigenen Gedanken. Das ist leider auch bei mir der Fall, obwohl ich doch eigentlich den dritten Band meiner Jungfernstieg-Saga schreiben sollte. Mache ich ja auch, dabei passiert dann aber so etwas:
Kürzlich formulierte ich den Satz

„Bleiben Sie fleißig und unverzagt“, riet er den Vieren.

Geschrieben habe ich:

„Bleiben Sie fleißig und unverzagt“, riet er den Viren.

Neeeiin, diese dämlichen Viren sollen überhaupt nicht fleißig bleiben!

Selbst in einer Geschichte, die um 1900 spielt, schwirren sie mir im Kopf herum. Umso wichtiger, meinen Humor nicht zu verlieren. Dabei hilft mir täglich ein Plakat, das Kollegen des Aufbau Verlags mir geschickt haben. Es ist eigentlich für Buchhändler entworfen worden, die endlich wieder Kunden in ihre Läden lassen dürfen.
Wenn ich mir diesen drolligen Yogi ansehe, muss ich immer lächeln.
Danke, lieber Aufbau Verlag!

Post

Mindestens einmal pro Woche bekomme ich Post von einer mir fremden Person.
Meistens ist es eine Leserin oder ein Leser, die bzw. der mir Rückmeldung zu einem Roman gibt, oder eine Frage dazu hat. Diese Kontakte sind schön, ist das Schreiben doch ein einsamer Beruf. Ich freue mich, wenn ich erfahre, welchen persönlichen Bezug Menschen zu meinen Romanstoffen haben, wie aufmerksam sie Details bemerken.

Manchmal bekomme ich auch Bitten um Autogrammkarten, die ich fast immer gern erfülle. Seltsamerweise sind es hin und wieder verschiedene Absender mit exakt gleichem Wortlaut. Und jedes Mal wird um eine ganz bestimmte Anzahl von Autogrammkarten gebeten. Mich interessierte, ob ein Club oder eine Tauschgemeinschaft dahinter steckt, und ich fragte nach … habe aber nie eine Antwort bekommen. Eigenartig.

Ab und zu schreibt mich jemand an und bittet um eine Buchspende für eine Tombola. Vor ein paar Tagen bekam ich die Anfrage eines Fördervereins einer Jugendarrestanstalt. Die Jungs und Mädels, die dort ihre Strafe verbüßten, würden häufig das Lesen für sich entdecken, hieß es. Abgeschnitten von Handy, TV und Spielekonsole, nähmen sie einfach mal Bücher zur Hand.
Das hat mir gefallen. Von Kafka stammt das Zitat „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ Vielleicht ist das ein bisschen viel verlangt. Aber ich bin davon überzeugt, dass Bücher dem Eis in der Seele einen kleinen Riss verpassen und ein Saatkörnchen pflanzen können, das womöglich – zusammen mit unzähligen anderen Elementen – zu einem Richtungsweiser für eine bessere Zukunft heranwächst. Das wünsche ich den Jugendlichen sehr. Und mir wünsche ich, sie bei einer Lesung kennenzulernen, wenn es wieder möglich ist.

Guter Riecher

Neulich bekam ich von einer sehr netten Leserin eine Rückmeldung zu Die Liebe der Halligärztin. Als sie nach ein paar Seiten las, ein Virus breite sich an der Nordsee aus, hat sie erst mal nachgesehen, wann der Roman erschienen ist. Sie stellte fest, dass der dritte Band der Reihe schon 2019 veröffentlicht wurde. Also vor Corona. Hat damit auch nichts zu tun. Aber sie bescheinigte mir einen guten Riecher.

Ach, hätte ich gern auf diesen Roman verzichtet, wenn die Pandemie dann auch ausgeblieben wäre. Oder wenn sich die Realität wenigstens, wie von mir beschrieben, mit einem lokalen Ausbruch eines bekannten Virus zufrieden gegeben hätte. Aber wie heißt es ganz richtig? Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Mit meinem guten Riecher ist es übrigens nicht weit her, wenn es um Deko-Ideen geht 😉 Endlich habe ich mal umgesetzt, was ich seit Jahren wollte: Eine Schale aus Eis, die mit Knospen und Blütenblättern verziert ist. Ist nicht so hübsch geworden, wie in dem Magazin, aus dem ich die Anregung habe, aber immerhin. Nun taut es, vorbei ist’s mit der Schale … Doch was entdecke ich, als ich das Foto mache? Die ersten Schneeglöckchen strecken ihr Grün aus dem Weiß! Der Frühling macht sich auf den Weg, wie schön! In der linken oberen Ecke … Sehen Sie mal ganz genau hin! 🙂

Zehn Jahre her …

Kürzlich gab es eine kurze Reportage über Hooges neue Pastorin. Augenblicklich packte mich die Sehnsucht. Zwar war ich in den Jahren nach meiner Halligschreiber-Zeit einige Male zum Recherchieren dort, doch der enge Kontakt ist Geschichte.
Trotzdem durchströmt mich immer ein Gefühl wie Heimweh, wenn ich etwas von Hooge höre oder lese.

Und dann kann es passieren, dass ich meine Nase in alte Bilder stecke. So wie heute. Und was stelle ich fest? Die Winter-Fotos habe ich vor exakt zehn Jahren gemacht. Auf den Tag genau.

Unglaublich, wo ist bloß die Zeit geblieben? Da hat doch jemand an der Uhr gedreht.
Andererseits kommen mir die Erinnerungen vor, wie aus einem anderen Leben.  Am 06. Februar 2011 ging es mit Filmteam los. Die Dämmung der Wohnung war so mickrig, wie der Sturm stark war. Ich konnte eine Steckdose an der Außenwand problemlos als Föhn benutzen. Jeden Tag habe ich etwas Neues gelernt, über das Leben auf so einem Mini-Stück Erde inmitten der Nordsee. Über mich. Ich habe die Menschen kennengelernt, zum Schluss meiner Zeit dort sogar Landunter erlebt, einen wunderbaren Schreibkurs und die Premiere meines dort entstandenen Romans.
Aus dem zweiten Projekt, das mit den Kirchen- und Gästebüchern zu tun hatte, ist leider nichts geworden. Ein Verlag musste abspringen, nachdem wir schon recht weit in der Entwicklung fortgeschritten waren, einen anderen habe ich nicht gefunden.

Es kamen einfach zu viele neue Projekte auf mich zu. Wie schön, dass ich wenigstens für meine Reihe um Halligärztin Wiebke weiter etwas mit Hooge zu tun hatte. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es mich mal wieder für länger dorthin – in den kommenden zehn Jahren.

Wenn Sie mehr über meine Zeit als Halligschreiberin wissen möchten, lesen Sie gerne mein Hallig-Tagebuch. Viel Spaß!

Na dann … Prost!

Copyright: Gerd Altmann

Man munkelt, viele Autoren hätten geheime Rituale.
Einer verfasst den Anfang eines Romans immer im Hotel, weil er in fremder Umgebung am meisten Inspiration findet. Der nächste kann nur schreiben, wenn er vorher an der frischen Luft war, 100 Kniebeugen gemacht oder 50 Kilo gestemmt hat. Oder alles nacheinander. Und mancher belohnt sich nach jedem fertigen Kapitel mit einem Stück Sahnetorte, was bei mir dazu führen würde, dass die Kapitel immer kürzer würden.

Mein Ritual: Ist ein Manuskript fertig, gibt es einen Schnaps. Immer nur einen, immer Sambuca.
Neulich kam alles anders … Aus irgendeinem Grund hatte ich bei Beendigung von Die Frauen vom Jungfernstieg – Gerdas Entscheidung darauf verzichtet. Weil ich abergläubisch bin, wollte ich das Anstoßen bei Erscheinen am 18. Januar nachholen. Mit Pfefferminzlikör, um eine Flasche leer zu kriegen. Ich lag auf dem Sofa, mein Mann war so lieb, mir mein Buch-Schnäpschen zu servieren.
Er: „Mit Eis?“
Ich: „Gern! Die Flasche steht schon neben der Kaffeemaschine.“ Die beiden Worte die Flasche muss ich wohl vermurmelt haben … Schwupps, war mein Mann mit einem kleinen Glas zur Stelle. Darin eine blasse Flüssigkeit, eine sehr blasse Flüssigkeit.
Ich: „Du hast DAS Glas genommen?“
Er: ???
Ich: „Kein Problem, danke.“ Dachte mir, dass ich das Gläschen, aus dem ich jeden Morgen einen kräftigen Schluck Sanddornsaft für die Abwehrkräfte nehme, schließlich gut ausgespült hatte. Schnupperte … Erstaunlich, roch nach … gar nichts.
Er: „Na dann, Prost, auf dein neues Buch!“

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Roch nicht nur nach nichts, schmeckte auch so. Und dann kam das Missverständnis ans Licht: Mein Mann hatte verstanden, der eingeschenkte Likör stünde schon neben der Kaffeemaschine bereit. Tatsächlich stand dort ein nach Gebrauch ausgespültes Glas mit fast klarem Wasser.
Immerhin hatte mein Mann noch einen Eiswürfel hinein getan … 😀

Später gab es dann sogar noch einen Schnaps mit Farbe UND Geschmack 🙂 Und mein neues Buch hat es trotz der Startschwierigkeiten auf die Bestsellerliste geschafft. Gerade noch mal gut gegangen!

Gut geplant ist halb gewonnen

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Wie heißt es so schön? Das Leben ist das, was passiert, während wir gerade andere Pläne machen.
Kann schon sein. Trotzdem geht’s nicht ganz ohne Planung. Außerdem kann Voraussicht die Vorfreude schüren, und das ist bekanntlich die schönste Freude, wie ein anderes Sprichwort behauptet.

Für den Januar steht in meinem Kalender eine Lesung in Dänemark. Hoffentlich klappt es!

Am 18. Januar 2021 erscheint der erste Band meiner neuen Hamburg-Saga Die Frauen vom Jungfernstieg. Den zweiten Teil habe ich bereits abgeliefert, er soll im August auf den Markt kommen. Band drei werde ich abgeben, allerdings wird der wohl erst im Januar 2022 zu haben sein.

Auch die Sanddorn-Reihe geht endlich weiter. Neben dem Wiedersehen mit Coach Franziska, Fischer Heinrich & Co. hält der neue Rügen-Roman für Sie eine Geschichte bereit, die sich um die Entsorgung von Müll aus dem Westen in der damaligen DDR dreht. Ein echt spannender Stoff, wie ich feststellen durfte.

Neben dem Schreiben werde ich auch wieder jede Menge lesen. Und zwar Krimis. Zum zweiten Mal habe ich die Ehre und das Vergnügen in der Glauser-Jury nach dem im besten Sinne außergewöhnlichsten Kriminalroman des Jahres zu tauchen. Ich freue mich sehr und räume schon mal eine große Ecke für die Kartons frei 😉

Und zum guten Schluss ist auch eine Lese-Reise angedacht. Als sich Corona ungefragt überall breitgemacht hat, sind Buchhändler über sich hinausgewachsen, um Bücher, darunter auch meine, zu den Lesern zu bringen. Kassierer in den Supermärkten, Busfahrer, natürlich Ärzte und überhaupt medizinisches Personal und viele mehr haben die Stellung gehalten, damit es trotz aller Beschränkungen weitergeht. Dafür möchte ich mich bei möglichst vielen Menschen bedanken.
Leider ist Corona nicht nur ein ungebetener Gast, sondern auch noch einer, den man nicht so leicht wieder loswird. Deshalb weiß ich noch nicht, wann ich starten kann, und wo ich überall Station machen werde. So konkret ist die Planung dann doch noch nicht. Aber Sie erfahren es auf meiner Seite und in meinem Newsletter, sobald ich mehr sagen kann. Versprochen!

Büro-Lesung zum Verschenken

Das Jahr 2020 geht zu Ende. Ich habe den Verdacht, es gibt nicht viele, die es vermissen werden 😉
Zugegeben, auch ich hätte gern auf die eine oder andere Erfahrung verzichtet. Mir ist aber auch sehr viel Gutes widerfahren. Einige Menschen sind mir noch näher gerückt. Und aus beruflicher Sicht kann ich mich sowieso nur freuen.
Gern hätte ich mehr Veranstaltungen mit Publikum gehabt, aber die wenigen, die stattfinden durften, waren klasse! Obendrein haben mir nicht nur die nackten Zahlen gesagt, dass meine Titel bei Leserinnen und Lesern ankommen, sondern ich habe auch so viele schöne Mails erhalten.
Ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen und die Mühe gemacht haben, mir zu schreiben! So bin ich an meinem Schreibtisch nicht vereinsamt 😉

Einige Künstlerinnen und Künstler kommen längst nicht so gut durch diese schwere Zeit. Und: Die Gelegenheiten, Autorinnen und Autoren zu erleben, waren und bleiben eingeschränkt. Darum habe ich mir etwas überlegt.
Verschenken Sie eine Büro-Lesung!
Wie das ungefähr aussehen kann, sehen Sie hier. Sie suchen eins meiner Bücher aus und schreiben mir, für wen die Lesung ist. Geben Sie mir gern ein paar Informationen darüber, in welcher Beziehung Sie zur beschenkten Person stehen, und warum Sie ihr diese ganz besondere Freude machen möchten. Ich wende mich dann vor der eigentlichen Lesung mit persönlichen Worten an sie oder ihn. Dann folgt ein rund 30minütiger Ausschnitt aus dem von Ihnen gewählten Buch.
Mit diesem Geschenk tun Sie doppelt Gutes, denn ich gebe die Hälfte der dadurch eingenommenen Honorare an andere Künstlerinnen und Künstler weiter. Interesse? Ich freue mich auf Ihre Mail an lesung@lena-johannson.de

Mit diesem Eintrag verabschiede ich mich in die Weihnachtspause. Im Januar geht es hier mit meinem Tagebuch weiter.
Ich wünsche Ihnen allen eine gemütliche Adventszeit, friedliche Weihnachtstage und das Allerbeste für das neue Jahr! Hoffen wir, dass 2021 sich ein bisschen beliebter macht als sein Vorgänger 😉

 

 

Künstlich oder handgemacht?

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Haben Sie eine Lieblingsautorin oder einen Lieblingsautor? Sind Sie ihr oder ihm schon mal begegnet? Gut, dann wissen Sie, dass diese Person aus Fleisch und Blut existiert. Hört man nicht immer öfter, dass die KI, also die Künstliche Intelligenz, heutzutage schon in der Lage ist, Romane zu schreiben?
Ich kann Sie beruhigen: So weit sind wir noch nicht.

Jedenfalls nicht ganz. Allerdings gibt es Programme, die in diese Richtung gehen. Das Elektronenhirn verfügt über unvorstellbare 175 Milliarden Parameter aus denen es Sachbuch-Artikel oder Prosa basteln kann. Sie beschreiben zum Beispiel eine Hauptfigur und geben drei, vier Sätze ein. Ein Tastenklick, und die Software erzählt die Szene weiter. Gefällt Ihnen nicht? Klicken Sie einfach noch einmal, schon erscheint auf dem Bildschirm eine zweite Variante.

Ich gebe es zu, ich habe es ausprobiert. Ich wollte wissen, wie weit mir Kollege Computer schon auf den Fersen ist. Kann er in puncto Fantasie, Atmosphäre, Spannungsaufbau mithalten, oder stellt er mich womöglich längst in den Schatten? Hoffentlich klingt es nicht arrogant, aber: Ich bin beruhigt. Niemand kennt seine Figuren so gut wie ein menschlicher Autor. Soll die Handlung in einer bestimmten Epoche an einem bestimmten Ort spielen, wird es für ein Programm schwer. Und wenn dann noch Emotionen transportiert werden sollen, scheitert der elektronische Erzähler.

Was die KI aber jetzt schon beherrscht: Sachliche in sich stimmige Texte verfassen. So ist eine vorübergehend für jeden zugängliche Schnittstelle vom Netz genommen worden, weil man einsehen musste, dass damit Verschwörungstheorien erstellt und in rasender Geschwindigkeit über die sozialen Medien verbreitet werden konnten.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mein ganz persönliches Fazit: Auch in Zukunft sollten Autorinnen und Autoren aus Fleisch und Blut Romane schreiben. Bestimmt gibt es viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz. Grundsätzlich denke ich aber, wir sollten erst mal die NI fördern, die Natürliche Intelligenz.

Übrigens: Sollten Sie irgendwo folgenden Text lesen, wurde er nicht von der KI geschrieben 😉

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Es handelt sich hierbei um einen reinen Platzhalter. Wenn man zum Beispiel eine Homepage neu gestalten will, kann man damit die Optik im Blick behalten, ehe man sich um die Inhalte kümmert. Ich kenne das noch von meiner Zeit als Journalistin bei Springer. Da wurde in einer Abteilung bereits eine Seite gesetzt, während in der Redaktion noch am Text gearbeitet wurde. Dort hieß es allerdings nicht Lorem Ipsum etc,  sondern: Hallo. Ich bin ein kleiner Blindtext. Und zwar schon so lange ich denken kann. Aber bin ich allein deshalb ein schlechterer Text als andere? Na gut, ich werde nie in den Bestsellerlisten stehen. Aber andere Texte schaffen das auch nicht …