12.01.2009


Bahnhof Bad Ottingen

Eigentlich sollte auf meinem Dachboden eine riesige Anlage entstehen.
Aber bei dem Bau meiner Dioramen, Module und Segmentanlagenteile
musste ich bemerken, dass es recht lange dauert, bis sich ein
zufriedenstellender Gesamteindruck einstellt.
Das Gleisgrundgerüst ist immer schnell verlegt, aber von da an,
wenn die Gestaltung beginnt, kostet es viel Zeit.




Daher habe ich mein Großprojekt beerdigt, bzw segmentiert.
Mit dem technisch kompliziertesten und aufwändigsten
Bereich, dem Bahnhof als Segmentmodul werde ich beginnen.
Die großen Tische, auf die ich bereits den Anlagenverlauf
skizziert hatte, habe ich abgebaut. Der nun zu bauende Bahnhof
besteht aus 2 Segmenten, die dann ein Modul ergeben,
das sich nach dem Standard des "Freundeskreis der Spur Z Hamburg"
richtet, und später einen Baustein für meine große Anlage sein soll.
Das hat den Vorteil, nicht jahrelang auf ein Ergebnis warten zu müssen.
In ferner Zukunft könnte dann doch eine große Anlage aus Segmenten entstehen.




In der Fotomontage oben ist zu erkennen, was geplant war, und was ich jetzt baue.
Den Bahnhof habe ich in seiner neuen Form in das alte Bild hinein montiert.




Unten in der Grafik sind die Dimensionen und der Streckenverlauf aufgezeigt. Planskizze

Neubeginn

Der Bahnhof wird aus zwei Segmenten bestehen, die beide formgleich und damit für den Transport
gut stapelbar sind. Sie bekommen von Anfang an Beine und müssen sicher verbunden werden.
Bislang hatte ich die Beine montiert, wenn das Modul fertig war, weil ich schnell
Bastelergebnisse erreichen wollte. Das hatte dann den Nachteil, dass ich schlecht arbeiten
konnte, weil immer eine latente Zerstörungsgefahr für die Aufbauten bestand. Bei dem Bau des
Modulkorpus' habe ich von Erfahrungen der anderen Modellbauer aus dem Freundeskreis profitiert.



Ralf Vermehren hat die beste Höhenverstellung an seinen Modulbeinen.
Es handelt sich dabei um Metallbeine eines Campingtisches, die man ineinander schieben kann. Das lässt sich auch prima auf Holzbeine umsetzen. Die Holzbeine werden meist mit einer Schraube durch ein Loch oben am Modul befestigt, und die Höhenverstellung geschieht dann unten durch schraubbare Füße.
Das erweist sich auf jeder Messe als Geduldsspiel, da immer andere Schraubfüße auch ein anderes Vorgehen beim Einstellen erfordern und teilweise nur schwer zu verändern sind. Nicht davon zu sprechen, dass das Rumgekrieche auf dem Hallenboden wenig Freude macht. Also werden meine Beine stufenlos in ihrem Halteschaft verschiebbar sein!

 


Thomas Stobbe mit seinem riesen Endmodul hat seine Segmente untereinander mit Passstiften verbunden. Dadurch wird der Aufbau sehr erleichtert, weil vor dem Zusammenschrauben die Segmente mit Hilfe der Pass- und Führungsstifte zusammengeschoben werden können.

Ist das geschehen, werden die Segmente verschraubt. Als Material für den Korpus hat er Tischlerplatten verwendet. Die sind stabiler, und vor allen Dingen verziehen sie sich nicht so schnell wie Sperrholz. Ich habe das dann vielleicht etwas zu gut gemeint und gleich Platten mit einer Stärke von 17 mm zuschneiden lassen. Dafür kann ich mich auch locker drauf stellen.

 

 

Nun stehen die Segmente auf eigenen Beinen.
Beim nächsten Schritt wird der Gleisverlauf nach Hamburger Norm an den Modulenden angezeichnet. Dann kann das Probelegen und Anzeichnen des späteren Gleisverlaufs erfolgen. Hier hatte ich die Vorgaben meines Großbahnhofs von der geplanten Riesenanlage. Aber es waren doch einige Abstriche nötig. Auch haben sich Erweiterungen ergeben, weil mir der Bahnhof nicht groß genug erschien. So wurden aus sieben Gleisen acht. Leider wurden die Gleisstrecken an den Bahnsteigen kürzer als gewünscht, da ich nicht damit gerechnet hatte, wie viel Platz für die Weichenfelder drauf gehen würde. Aber mit 1.40 m sind die Strecken an den Bahnsteigen auch nicht wirklich kurz. Auf den Messen wird sich herausstellen, ob das ausreichend ist.
Ansonsten muss ich das so machen wie Thomas Stobbe, nämlich ein Zwischenstück einsetzen.
Nachdem der Gleisverlauf fest stand, wurde der Korkuntergrund aufgeleimt und der Streckenverlauf hierauf übertragen. Etwas Fleißarbeit war nun das Abtrennen der Weichen- und Kreuzungsantriebe. Das Verlegen der Gleise habe ich mit Gleisbauklammern und großem Aluminiumlineal durchgeführt, um einen größtmöglichen Geradeauslauf und Parallelverlauf der Gleise zu erreichen.
Als Besonderheit habe ich bei einigen Gleisen die Schwellen grau lackiert, vorher natürlich mit einem Schmirgel die Holzstruktur entfernt. In meinem Bahnhof sind einige Gleise schon auf Betonschwellen befestigt worden. Die Betonschwellengleise sind bei mir Peco Flexgleis. Die Abstände der Schwellen, und was mir erst viel später auffiel, der Überstand der Schwellen über das Gleis hinaus, sind größer als bei Märklin-Gleisen. Nach der grauen Lackierung bekamen alle ihren "Flugrostanstrich".
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Erneut bin ich total anders als üblich vorgegangen. Bei vorherigen Projekten habe ich das Segment komplett fertig gebaut und dann die Elektrik hergestellt. Das hatte den Nachteil, Fehler zu spät zu erkennen. Jetzt sollen die verlegten Gleise und Weichen vorher ausgiebigen Tests unterzogen werden. Dazu ist es natürlich notwendig, alles anzuschließen. Das Stellpult musste also gebaut und die Platinen mit den Logikschaltungen gelötet werden. Da der Gleisverlauf nun klar war, stellte ich einen Stellwerksplan her, den ich für das Gleisbildstellwerk benötigte. Diesen klebe ich auf eine dünne Sperrholzplatte, in die ich die Schalter und LEDs nach erfolgter Lochbohrung einsetzen und verdrahten kann.

 



 

 


Die Aufbauten

Nun kann es an die Ausgestaltung gehen. Die Bahnsteige mache ich zum Teil selber. Vorbild sind die, die wir heute in den Bahnhöfen sehen. Der oberste Teil steht ein wenig über. Viele Gedanken musste ich mir hier machen.
Als Abstandslehre habe ich die Bahnsteige von Faller genommen. Sie sind am schlankesten. Märklin und Kibri machen sie breiter. Das würde zu viel Platz kosten, daher die schlanken von Faller.
Das nächste Problem: der Gleisabstand zum Bahnsteig ... Leider haben die Loks alle unterschiedliche Profile. Fährt man mit dem Taurus oder einer 218 probe, ist immer alles gut. Die Bahnsteige von Faller haben eine Abstandsstufe, somit ist beim Verlegen immer ausreichend Abstand vorhanden.Soweit die Theorie ...

 

Ich hatte inzwischen ein Endmodul aus Hamburg auf der westlichen Seite angeschlossen und eine Verbindung der Gleise auf einem angestellten Tisch im Osten hergestellt, damit ich die Garnituren für den Probebetrieb nicht immer auf- und abgleisen musste. Zudem sind die Weichenfelder ja am Modulrand. Richtiger Probebetrieb ist also nur bei kompletten Zugdurchfahrten möglich.

Bei den Probefahrten, man könnte auch sagen, beim ersten gedankenverlorenen Spielbetrieb :)  kamen immer mehr Loks und Wagen auf den Bahnhof. Ich staunte nicht schlecht, als meine E18 mit ihren Leitern am Bahnsteig hängen blieb. Aber das hat ihr noch nicht gereicht. Die Faller Bahnsteige mit Glasdach machten gleich Bekanntschaft mit ihren Pantografen. Nur wenn sie ausgefahren waren, passte die Lok am Bahnsteigdach vorbei. ÖRX


Beim Stammtisch in Hamburg erfuhr ich dann, dass die Malletloks das noch mal überbieten. Jetzt musste ich mich entscheiden, wie weit die Bahnsteige vom Gleis weg, und wie hoch sie sein sollten.

Über Bahnsteige mit 3mm Höhe (=1,5mm über SO), auch wenn sie ganz dicht am Gleis stehen, kommt das gesamte Rollmaterial rüber. Das sieht aber doof aus. Vor allem deswegen, weil die Räder und die Gleisprofile schon viel Höhe beanspruchen. Ich habe mich für 5 mm (= 3,5mm über SO) Bahnsteighöhe entschieden.
Nun kam mir noch der Zufall zur Hilfe. Bei den Pecogleisen sind die Schwellen länger, dadurch ist der Abstand vom Bahnsteig zum Gleisprofil automatisch größer.
Leider komme ich da trotzdem nur auf 5mm Abstand. Oder doch zum Glück? Denn optisch wirkt es besser. Es kommen alle Loks ausser den Mallets daran vorbei, die Mallets schrammeln leider leicht am Bahnsteig und verlieren den elektrischen Kontakt zu den Gleisen und bleiben stehen. Wer also Mallets sein Eigen nennt, muss auf mindestens 6mm Gleisinnenkantenabstand zum Bahnsteig achten.

 

Nachtrag:

Die NEM 102 sagt für die Spur Z: Von der Schienenoberkante bis zur Bahnsteigoberkante sollten es

  • 1,7mm für 380mm Bahnsteighöhe Vorbild = Kleine Bahnhöfe mit weniger als 25 Zügen pro Tag
  • 2,5mm für 550mm Bahnsteighöhe Vorbild = Mittlere Bahnhöfe mit 25-200 Zügen Pro Tag
  • 3,5mm für 760mm Bahnsteighöhe Vorbild = Große Bahnhöfe über 200 Züge pro Tag
  • 4,0mm für 960mm Bahnsteighöhe Vorbild = für S-Bahnen sein. Immer über SO
    Der Abstand von der Inneren Schiene zur Bahnsteigkante beträgt nach NEM 301 mindestens 6,0mm

 

Die Bahnsteige habe ich mir aus PP-Platten zurecht geschnitten und dann mit dem Fräser an den Kanten 60% weggefräst um einen Überstand zu bekommen. Das habe ich auch mit den Faller Bahnsteigen gemacht, nachdem ich die Stufen abgeschnitten hatte. Problem hier, der Fräser schmilzt den Kunststoff recht schnell und verklebt. Das Problem hatte ich bei den PP-Platten nicht. Die Bahnsteige von Faller waren zum Teil aus einem Gebrauchtkauf, und ich habe alle Teile demontiert, um sie lackieren zu können.

Außerdem habe ich die Bahnsteigübergänge 

verspachtelt und geschliffen. Das war eigentlich nicht geplant, man ist es als Modellbahner irgendwie gewohnt, dass die bausatztypischen Übergänge vorhanden sind.

Mir ist es dann aber im Gegensatz zu den Selbstgebauten negativ aufgefallen. Treppenabgänge waren auch zu viele vorhanden.

Bad Ottingen wird pro Bahnsteig nur einen Treppenabgang haben. In der Realität dürfen wir auch immer weit laufen. :)

Mit dem Einschottern habe ich begonnen, aber da mein Dachboden ungeheizt ist, und ich bei ca 6°C nicht mehr weitermachen mag, ist erst mal Bastelpause da oben angesagt.

Zeit, die Signale zu löten. Ich habe mir im Lokshop Selbstbausignale gekauft. Die kann ich dann im warmen Wohnzimmer zusammenlöten. Beim Probestellen ist mir aufgefallen, dass die Formsignale (48 mm) von Viessmann im Gegensatz zu den Lichtsignalen (34 mm) riesig sind. Werde nun schauen, ob ich noch ein Formsignal zweibegriffig von Brawa bekomme, oder den Größenunterschied tolerieren kann.

 

 

 

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